Evangelische Kirchgemeinde

Kirchengemeinde Brüel

Kontakt:
Kirchengemeinde Brüel
Pastor Rupert Schröder
Ernst-Thälmann-Str. 1
19412 Brüel
Tel.: 038483/29523 (Pastor Schröder)
Tel.: 038483/20334(Gemeindebüro)
Fax: 038483/29542
E-Mail: bruel@elkm.de

Im Herzen des Naturparks Sternberger Seenlandschaft liegt das Kleinstädtchen Brüel, dessen Mitte die mehr als 800 Jahre alte Stadtkirche ziert. Hier befindet sich auch das Zentrum der Kirchengemeinde. An (fast) jedem Sonntag feiern wir hier um 10 Uhr Gottesdienst. Die Türen des Gemeindehauses gegenüber der Kirche stehen kleinen und großen, alten und jungen Menschen offen: Wir laden ein zu Kinderstunden und Konfirmandenunterricht, Treffen für Kinder und Eltern, Chorproben, Frühstückstreffen und Bastelnachmittagen. Weitere Angebote für alle Altersgruppen hält das Mehrgenerationenhaus, zu dem das ehemalige Küsterhaus umgestaltet wurde, in direkter Nachbarschaft vor. Mit schöner Regelmäßigkeit jedoch verlassen wir auch unsere Mauern und laden an anderen Orten ein zum "Soul Café", wo wir "Sahne für die Seele" genießen. Und im Advent organisieren wir einen "Lebendigen Adventskalender" in Brüel, der eine breite Wirkung im Leben der Stadt erzielt.
Das Gebiet der Kirchengemeinde erstreckt sich zudem über eine ansehnliche Anzahl von Dörfern, zu denen auch fünf weitere Kirchen zählen. In besonderer Weise sticht die Klosterkirche Tempzin heraus. Seit 1222 prägte der Antoniterorden den Ort die Kirche, ein gotisches Warmhaus und eine Klosterruine zeugen noch heute von der bewegten Geschichte. Neben der Kirchengemeinde und zusammen mit ihr engagieren sich auch der "Förderverein Antoniterhospital e.V." und das Pilgerkloster Tempzin am Ort. Unter der regen Arbeit eines weiteren Fördervereins wurde die Dorfkirche Penzin saniert. Gleiches gilt für die Fachwerkkirche Zaschendorf mit ihrer wunderschön ausgemalten Holzdecke und dem sehenswerten Flügelaltar. Urtümlich erhalten ist die Dorfkirche Holzendorf sie strahlt Ruhe und Gelassenheit aus im Wandel der Zeiten. Eine Besonderheit stellt die Dorfkirche Müsselmow dar, wird sie doch seit Jahren von Schülerinnen und Schülern saniert und neu gestaltet.
Ein aktiver Kirchengemeinderat und viele engagierte Gemeindeglieder tragen das über einen weiten Raum gespannte Leben der Gemeinde und die gemeinsamen Veranstaltungen und Projekte in der Kirchenregion Sternberg. Ganz nach dem Motto unseres Gemeindebriefes: Kirche sind wir.


Die Kirche in Holzendorf

Das Mehrgenerationshaus

Der Altar in der Kirche Brüel

Die Dorfkirche Penzin

Klosterkirche Tempzin

Fachwerkkirche Zaschendorf

Die Stadtkirche in Brüel

Decke in der Fachwerkkirche Zaschendorf

Bilder vom Gartenfest am 12.07.2015 von Siegfried Förster- Pfahls

Bilder vom Gartenfest 29.06.2014 von Siegfried Förster- Pfahls

Das "fruchtige" Gartentest unter dem Motto "Von A wie Apfel bis Z wie Zucchini"
Regen zum Gartenfest - nichts Neues und auch gar nicht schlimm.
In Erwartung dessen, was wettertechnisch für den Gartenfestsonntag prognostiziert wurde, wurde das große Zirkuszelt vorsichtshalber im Innenhof des Mehrgenerationenhauses aufgebaut.
(Wie schön, dass wir immer wieder auf diese Möglichkeit zurückgreifen können.)
Dort und natürlich auch im Mehrgenerationenhaus selbst gab es dann genügend Platz, die fruchtigen Stationen mit den unterschiedlichsten Aktionen für Jung und Alt unterzubringen.
Allerdings hat das Pferd in diesem Jahr gestreikt - es wollte sich im Garten im knöcheltiefen Matsch seine Hufe nicht beschmutzen, verspricht aber, im nächsten Jahr bei besserem Wetter wieder dabei zu sein.
Das Fest begann mit einer, von den Sängerinnen und Sängern des Brüeler Kirchenchores liebevoll gestalteten, kleinen Mitmach-Show. Im Anschluss daran durfte sich jeder am Kuchenbüffet stärken.
Darüber hinaus gab es eine Cocktail-Bar, eine Bastelstation, ein heiteres Obst- und Gemüse Fühlspiel, Dosenwerfen, Apfelbaumraten und noch vieles mehr.
Das diesjährige Gartenfest war auch der Startschuss für unseren Spendenmarathon - welcher anlässlich der Sanierung des Pfarrhofes ins Leben gerufen wurde. So konnte man symbolische Stolpersteine in Form von fruchtigen Köstlichkeiten erwerben und mit einer kleinen Spende das Vorhaben unterstützen.
Und als der Regen dann tatsächlich auf das Zeltdach prasselte störte er die Feiergesellschaft überhaupt nicht.
Für einen richtigen Gärtner gibt es eben kein schlechtes Wetter - für das Gartenfest der Brüeler Kirchengemeinde auch nicht.
- Heike Wiechmann -

Bilder vom Gartenfest 16.06.2013

Andacht zum Sonntag Quasimodogeniti, 11. April 2021 Osterheft

Andachten für zu Hause

Andacht zum Palmsonntag, 28. März 2021

Andacht zum Palmsonntag,

28. rz 2021, Brüel, Pastor R.G. Schröder

Hinweis: Wenn Sie wollen, dann zünden Sie eine Kerze an und beginnen Sie Ihre Familien Andacht mit folgenden Worten:

Wir feiern diese Andacht im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. (+Zeichen des Kreuzes) Amen.

Begrüßung

Die Krone von königlichen Menschen kann man nicht immer sehen. So ist es auch mit der Krone von Jesus. Heute stehen wir mit den Menschen im biblischen Jerusalem, die mit ihren Palmenwedeln winken und jubeln für den Mann auf dem Esel. Sei unser König, Hosianna! auf Deutsch: Rette uns! Aber Jesus bleibt nicht stehen, er geht seinen Weg ganz bis zu Ende, sein Thron sieht anders aus, als die Leute denken.

Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. (Joh. 3,14b.15)

Psalm 69 (in Auswahl)

2 Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. 3 Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen. 4 Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser. Meine Augen sind trübe geworden, weil ich so lange harren muss auf meinen Gott. 8 Denn um deinetwillen trage ich Schmach, mein Angesicht ist voller Schande. 9 Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt den Kindern meiner Mutter; 10 denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.14 Ich aber bete, HERR, zu dir zur Zeit der Gnade; Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.21 Die Schmach bricht mir mein Herz und macht mich krank. Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine. 22 Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst. 30 Ich aber bin elend und voller Schmerzen. Gott, deine Hilfe schütze mich!

Gebet zum Tage /Kollekten Gebet

Gott, große und Tragende Kraft: Danke für diesen Tag. Ich habe Pläne gemacht. Aus Erfahrung weiß ich: So manche Idee ließ sich nicht verwirklichen. Manchen Plan habe ich begraben. Erst hohe Erwartungen und dann doch fallen gelassen. Aber jetzt bin ich hier, dir zeige ich mich auch mit meinen Enttäuschungen. Für diese Stunde halte ich sie dir hin und lasse meine Hoffnung wachsen. Segne mich dreieiniger Gott, mein Vater und Schöpfer, Jesus mein Bruder und Erlöser und Heiliger Geist mein Tröster. Amen.

Evangeliums Lesung: Johannes 12,12-19

12 Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, 13 nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! 14 Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): 15 »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.« 16 Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte. 17 Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. 18 Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. 19 Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

Predigttext: Philipper 2,5-11

Palmsonntag

28.03.2021 Brüel

Thema: Jesus ist unser Vorbild.

Gnade sei mit Euch und Friede, von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. (1. Kor. 1,3)Amen.

Liebe Schwestern und Brüder,

Der Text für den heutigen Sonntag ist das älteste christliche Gemeindelied dass wir haben. Es spricht von dem was die frühe Gemeinde geglaubt und bekannt hat, wer Jesus für sie sei. Es ist also ein Stück Liturgie. Dieses Lied besingt die großen Taten Gottes, das Handeln Gottes in der Geschichte und drängt uns mit einzustimmen.

Ich lese den Predigttext aus Philipper 2, 5-11

5Denkt im Umgang miteinander immer daran,

welchen Maßstab ChristusJesus gesetzt hat:

Das Christuslied

6Von göttlicher Gestalt war er.

Aber er hielt nicht daran fest,

Gott gleich zu sein –

so wie ein Dieb an seiner Beute.

7Sondern er legte die göttliche Gestalt ab

und nahm die eines Knechtes an.

Er wurde in allem den Menschen gleich.

In jeder Hinsicht war er wie ein Mensch.

8Er erniedrigte sich selbst

und war gehorsam bis in den Tod –

ja, bis in den Tod am Kreuz.

9Deshalb hat Gott ihn hoch erhöht:

Er hat ihm den Namen verliehen,

der allen Namen überlegen ist.

10Denn vor dem Namen von Jesus

soll sich jedes Knie beugen –

im Himmel,

auf der Erde

und unter der Erde.

11Und jede Zunge soll bekennen:

»Jesus Christus ist der Herr!«

Das geschieht,

um die Herrlichkeit Gottes, des Vaters,

noch größer zu machen.

Jesus ist der, der vor allem Geschaffenen schon existierte. Er ist Gott von Gott. Dennoch hielt er nicht an seiner Gottheit fest, sondern entäußerte sich, d.h. er entleerte sich, er gab die Macht ab, legte die Freiheit ab und kam zu den unfreien Menschen. Er kam vom Himmel zu uns auf die Erde und wurde Mensch, einer von uns. Und doch war sein Leben hier auf Erden anders als das unsere. Er war nicht nur Mensch sondern auch Knecht. Knecht heißt, einer sein dem nichts gehört, nicht einmal sein eigener Leib und sein eigenes Leben. So war es auch mit Jesus. Er kam in der Fremde zur Welt, und sein erstes Bett war ein Futtertrog. Schon als Baby war sein Leben gefährdet und wurde er ein Flüchtling. Als Erwachsener war sein Haus das von Freunden und Fremden. Wenn er ein Boot brauchte musste er es ausleihen. Als er in Jerusalem einritt war das auf einem geliehenen Esel. Der Esel war ein Symbol für Dienen. Selbst das letzte Abendmahl feierte er in einem fremden Saal. Hier bewirtete er seine Jünger und wusch ihnen die Füße. Er wurde in einem Garten bei Nacht festgenommen und von seinen engsten Freunden dort verraten, verlassen und auch verleugnet. Vor dem Hohen Priester und römischen Herrscher wurde ein kurzer Prozess mit ihm gemacht. Er wurde außerhalb der Stadt Jerusalem hingerichtet wie ein Krimineller oder ein Sklave - gekreuzigt, von seinen Volksgenossen verachtet. Ja selbst sein Grab war nicht das seine.

Jesus war aber der Knecht Gottes, der gehorsam war bis in den Tod am Kreuz. Er richtete sich nach Gottes Willen, damit Gott den verlorensten Menschen der im Todesreich zu finden ist, suchen und finden konnte. Darum ging er den untersten Weg. Den Weg des Dienens, der Liebe und des Leidens.

Leicht war dieser Weg nicht, denn auch in Gethsemane rang er mit Gott und sagte: Wenn es möglich ist, so lass diesen Leidenskelch an mir vorüber gehen, aber nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Und er musste den Weg gehen: Verspottet, angespuckt, geschlagen und gekreuzigt. Am Kreuz ist er völlig Sklave, völlig entleert, von seinen Kleidern beraubt, in absoluter Ohnmacht hängt er an Nägeln, nicht erst mal seinen eigenen Körper kann er bestimmen, denn er wird zur Beute des Schmerzens und des Todes. Er nimmt das Böse der Menschheit auf sich und entmachtet es, indem er zulässt, dass es sich an seiner Liebe zu uns, austobt.

Macht fasziniert, aber ändert nicht die Herzen der Menschen. Wenn einer oben ist wird er umjubelt, wenn er fällt wird er zertreten. So sind wir Menschen. Als Jesus die Menge speiste wollten sie ihn zum Brotkönig machen. Er aber entwich ihnen. Als er in Jerusalem einritt schrien sie alle: Hosianna, gelobt sei der da kommt im Namen des Herrn. Wenige Tage später riefen sie: Kreuzige ihn.

Jesus ist aber gekommen zu dienen und sein Leben zu geben für viele. Er will nicht nur unsern Beifall, er will unser Herz, er will uns ganz. Er will unser Herr sein zu allen Stunden und an allen Orten, darum ging er den untersten Weg.

Weil er gehorsam war, darum hat Gott ihn auch erhöht und den Namen über alle Namen gegeben. Er ging den tiefsten Weg, und geht hinauf zur höchsten Höhe. Der Sklave wird jetzt der Herrscher. Gott bestätigt diesen Jesus durch die Auferstehung als derjenige dessen Worte und Taten wahrhaftig sind. Gott inthronisiert Jesus als den Regierenden. Unter seiner Herrschaft werden die Seinen leben. Dieser ist würdig, dass wir ihn als unseren Herrscher ehren; die Knie vor ihm beugen und uns ihm unterordnen.

Auf Gottes Wort, das Fleisch wurde, darf unsere Ant-wort folgen. Auf Gottes Dienst an und für uns,  darf unser Gottesdienst, unser Lob, folgen.

In Freude wie im Leid und Trauer. Im Überfluss wie in Not. In Zeiten der Gesundheit, wie in Zeiten der Krankheit. An allen Orten des Lebens. Zuhause und in der Schule. Bei der Arbeit und in der Politik. In der Kirche und in der Fremde.

Liebe Schwestern und Brüder, wir haben einen Herrn, unseren Herrn Jesus, der uns dient und erlöst, sich um unser Wohlsein kümmert. Hier ist ein Herrscher der uns dient und das tut uns unheimlich gut, wenn wir es denn auch erleben können. Er möchte persönliche Beziehung zu uns, aber auch dass wir persönliche Beziehung zu anderen Menschen, in unserer Gemeinschaft pflegen, weil wir als soziale Wesen geschaffen wurden und einander brauchen.

Ich bin für meinen Mitmenschen da, ich diene meinen Nächsten, nicht weil ich muss, sondern weil ich mich als derjenige kenne, dem gedient wird von Jesus. Die dienende und unbedingte Liebe Jesu an mich, treibt mich ohne Zwang dazu meinem Nächsten etwas Gutes zu tun. Auch Jesus ist aus purer Liebe zu uns Menschen, angetrieben uns zu dienen.

Das Christuslied definiert was es heißt ein Christ zu sein. Das Christuslied definiert, was es heißt Christliche Kirchengemeinde zu sein. Es ist ein demütiger Weg, des sich dienen lassen und des Dienens, so wie ihn Jesus gegangen ist als er auf einem Esel über niedergelegte Palmenzweige gen Jerusalem geritten ist. (Palmsonntag) Jesus hat den Jüngern die Füße gewaschen und seine Jünger aufgefordert einander die Füße zu waschen. Wenn wir das untereinander tun, dann geschieht ein Wunder Gottes unter uns. Dann ist Gott dabei seine Kirche unter uns zu bauen.

Möge Gottes Heiliger Geist uns dazu bewegen, diese Offenheit und diesen Mut zu haben. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird euer Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren. (Phil. 4,7) Amen.

rbittengebet

Guter Gott, du bist da. Hochgelobt. Und unten angekommen.

Wir bitten für alle Hochtrabenden.

Die in falschen Jubel einstimmen.

Die selbst verblendet sind und alle anderen für blind halten.

Für alle, die das große Ganze mit ihren eigenen Interessen verwechseln.

Für alle, die für andere Entscheidungen fällen müssen.

Für alle, die Angst haben zu handeln und deinen Beistand brauchen.

 

Menschgewordener, du bist da. Hochgelobt. Und unten angekommen.

Wir bitten für alle, die niedergedrückt sind.

Die sich ausgeliefert fühlen.

Die selbst bewegungslos geworden sind und alle anderen für ruhelos halten.

Für alle, die in Trauer gefangen sind und nach Lebensfreude fragen.

Für alle, die ihren weichen Kern mit harter Schale schützen.

Für alle, die nichts mehr verstehen können oder wollen.

 

Du Überwinder, du bist da. Hochgelobt. Und unten angekommen.

Schau uns an, wo du uns findest, oben oder unten,

in unserer Zerrissenheit und in unseren Abgründen,

in unserer Sehnsucht nach dir und in unserer Dankbarkeit,

in unserem Glauben und in unseren Zweifeln.

Hilf uns zum Leben um deiner Liebe willen.

 

Alle anderen Freuden und Sorgen die unsere Herzen bewegen bringen wir Dir nun . ………. (eigenes Gebet) Wir bitten: Herr, erbarme dich.

Vater unser im Himmel……………. Amen.

Segen:

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig.

Her Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. (+) Amen.

Abkündigungen:

1. Präsenz Gottesdienste beginnen, Corona bedingt, am Karfreitag um 10 Uhr in Brüel. Wenn die Inzidenzzahlen die 200 Marke überschreiten, werden keine Präsenz Gottesdienste in unserer Kirchenregion stattfinden. Weitere Nachrichten werden in der SVZ veröffentlicht.

2. Ostersonntag Gottesdienst um 10 Uhr in der Stadtkirche Brüel.

3. Wenn keine Präsenz Gottesdienste stattfinden, wird die Kirche in Brüel zu Karfreitag und Ostersonntag von 10 bis 12 Uhr geöffnet sein. Sie können unter Corona Vorschriften eine Stille Zeit in der Kirche verbringen, meditieren, beten und eine Kerze anzünden. Martin Krützmann ist bereit Ihnen Lieder auf unserer Orgel vorzuspielen. In der Kirche darf Corona bedingt noch nicht gesungen werden.

4. Wer diese Wochenandacht per E-Mail oder per Post empfangen möchte, melde sich bitte bei Pastor Schröder rupert.schroeder@elkm.de (038483)-29523 / Postkasten

Lied: EG 314 Jesus zieht in Jerusalem ein.

Lied: 2. Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna!

Seht, er kommt geritten, auf dem Esel sitzt der Herr,

Hosianna, Hosianna, Hosianna in der Höh!

3. Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna!

Kommt und legt ihm Zweige von den Bäumen auf den Weg!

Hosianna, Hosianna, Hosianna in der Höh!

Andacht zum Sonntag Judika, 21. März 2021

Andacht zum Sonntag Judika,

21. rz 2021, Brüel, Pastor R.G. Schröder

Hinweis: Wenn Sie wollen dann zünden Sie eine Kerze an und beginnen Sie Ihre Familien Andacht mit folgenden Worten:

Wir feiern diese Andacht im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.(+Zeichen des Kreuzes) Amen.

Begrüßung

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.“ Mit diesem Wochenspruch aus Matt. 20,28 begrüße ich Sie zu dieser Hausandacht. Der heutige Sonntag heißt Judika und ist der Beginn der engeren Passionszeit. Noch steht nicht der Tod Jesu Christi im Zentrum dieses Gottesdienstes, doch der Predigttext aus dem Buch Hiob weist mit den Leiden Hiobs schon auf den Karfreitag hin. Gleiches gilt für den Wochenspruch aus dem Matthäusevangelium: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.

Psalm 43,1-5

1 Schaffe mir Recht, Gott, / und führe meine Sache wider das treulose Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten! 2 Denn du bist der Gott meiner Stärke: Warum hast du mich verstoßen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt? 3 Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung, 4 dass ich hineingehe zum Altar Gottes, / zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott. 5 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Predigt

Predigttext: Hiob 19,19-27 Predigt geschrieben von Michael Tillmann

Thema: Wer ist schuld?

Judika, 21. März 2021

Lesung des Predigttextes im Verlauf der Predigt in zwei Abschnitten

Gnade sei mit Euch und Friede, von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. (1. Kor. 1,3)Amen.

Liebe Schwestern und Brüder,

Wer ist schuld? Wer ist schuld daran, dass es zu wenig Impfstoff gibt? Wer ist schuld daran, dass vielerorts die Tests fehlen? Wer ist schuld an der steigenden Zahl der Neuinfizierten? Wer ist schuld am wahrscheinlich kommenden nächsten Lockdown? Wer ist schuld? Diese Frage, die in anderen Ländern wie zum Beispiel den Vereinigten Staaten oder Brasilien schon sehr lange gestellt wird, ist auch in Deutschland „angekommen“. Lange Zeit herrschte in den zentralen Fragen der Pandemie-Bekämpfung weitgehend Konsens, doch diese Eintracht schwindet mehr und mehr. Das ist einmal sicherlich dem zunehmenden Wahlkampf im Superwahljahr – das am vergangenen Sonntag mit den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz einen ersten Höhepunkt erfahren hat – geschuldet. Andererseits ist die Pandemie-Müdigkeit bei vielen Menschen groß, es wächst die Unzufriedenheit und Gereiztheit, und unzufriedene Menschen fragen schneller: Wer ist schuld?

Die Antworten sind vielfältig; ich möchte sie hier nicht wiederholen, um nicht in den Chor der Schulzuweisungen einzustimmen. Doch die Antworten haben eines gemeinsam: sie sind alle „innerweltlich“, das heißt, sie suchen bei anderen Menschen die schuld. Das ist eigentlich selbstverständlich und war auch immer so. Auch zu der Zeit, in der das Buch Hiob spielt, aus dem der heutigen Predigttext entnommen ist. Ich möchte den Inhalt des Buches kurz skizzieren: Hiob ist ein gesegneter Mensch, bis eines Tages alles Unglück der Welt über ihn zusammenbricht. Warum das so ist – dazu später mehr. Er verliert all sein Hab und Gut, seine Kinder kommen zu Tode, er selbst wird krank. Drei Freunde besuchen ihn; ihre Gespräche drehen sich um die Frage: Wer ist schuld? Dass jemand an einer solchen Lawine von Unglücksfällen schuld sein muss, steht außer Frage. Die drei Freunde haben eine Antwort schnell parat: Hiob muss selbst an seinem Unglück schuld sein, weil er sich gegen Gott versündigt hat. Hiob bestreitet das und antwortet im 19. Kapitel des Hiobbuches:

Alle meine Getreuen verabscheuen mich, und die ich lieb hatte, haben sich gegen mich gewandt. Mein Gebein hängt nur noch an Haut und Fleisch, und nur das nackte Leben brachte ich davon. Erbarmt euch über mich, erbarmt euch, ihr meine Freunde; denn die Hand Gottes hat mich getroffen! Warum verfolgt ihr mich wie Gott und könnt nicht satt werden von meinem Fleisch? Ach dass meine Reden aufgeschrieben würden! Ach dass sie aufgezeichnet würden als Inschrift, mit einem eisernen Griffel und mit Blei für immer in einen Felsen gehauen!

„Die Hand Gottes hat mich getroffen“ – für Hiob ist klar: Gott ist verantwortlich. Eine schwierige Antwort, die – glaube ich – so heute nur noch die wenigsten Menschen über die Lippen bekämen. Übertragen wir sie in die Gegenwart: Gott ist verantwortlich für die Pandemie. Das habe ich noch nicht gehört. Das fällt schwer zu formulieren. Die klagende Frage, warum Gott das Leid zulässt, die ist bekannt, doch Hiob geht es um mehr als um passives Zulassen. „Die Hand Gottes hat mich getroffen“ – vom Anfang des Hiobbuches wissen wir: Gott lässt – einer Wette wegen –dem Teufel freie Hand, Hiob zu quälen. Das ist mindestens eine Mitverantwortung. Dennoch kommt der Satz: Gott ist verantwortlich – oder in der moralischen Variante: Gott ist schuld – schwer über die Lippen und dafür ist auch das Hiobbuch verantwortlich. Hiob will mit Gott auf Augenhöhe ins Gericht gehen, doch Gott weist ihn mit deutlichen Worten in die Schranken: „Und der Herr antwortete Hiob aus dem Sturm und sprach: Wer ist’s, der den Ratschluss verdunkelt mit Worten ohne Verstand? Gürte deine Lenden wie ein Mann! Ich will dich fragen, lehre mich! Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sage mir’s, wenn du so klug bist!“ (Hiob 38,1-4)

Hiob – und mit ihm kein Mensch – ist in der Position, von Gott Rechenschaft zu fordern. Dennoch hat die Klage Hiobs für mich einen weiteren entscheidenden Aspekt. Hiob nimmt Gott absolut ernst. Er setzt ihm keine Grenzen. In Hiobs Augen ist Gott keine Krämerseele, die Fehlverhalten wie ein kleinkarierter Buchhalter bestraft, sondern in seinem Handeln völlig frei und grenzenlos. Das bedeutet aber auch: Wie Gott für das Übel verantwortlich ist, ist er es auch für das Gute, für die Erlösung. Es ist die bittere Erkenntnis Hiobs, dass Gott so schlecht an ihm handelt, doch gerade aus dieser Erkenntnis entspringt auch die Überzeugung: Gott wird gut an mir handeln. Grenzenlos gut. Hiob sagt:

Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er über dem Staub sich erheben. Nachdem meine Haut noch so zerschlagen ist, werde ich doch ohne mein Fleisch Gott sehen. Ich selbst werde ihn sehen, meine Augen werden ihn schauen und kein Fremder. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust.

Mit dem Sonntag Judika verdichtet sich das Passionsgeschehen. Mit dem Leiden Hiobs rückt auch das Leiden Jesu in den Blick, rückt das Kreuz in den Blick. Das Kreuz ist vielen Menschen ein Ärgernis. Nicht in dem Sinne, wie es der Apostel Paulus im ersten Korintherbrief schreibt (1,23): „Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit.“ Nein, vielen Menschen – auch Christen – ist das Kreuz ein Ärgernis, weil sie erstens darin nur noch ein antikes Folterwerkzeug sehen und dadurch zweitens an den Tod erinnert werden. Warum, fragen diese Menschen, hat ein Glaube, in dessen Zentrum die Liebe steht, ein so brutales Erkennungszeichen? Was früher fraglos hingenommen wurde, ist heute in den Augen von immer mehr Menschen nur noch paradox, unsinnig. Je mehr der Glaube an die Auferstehung und an die Erlösung schwindet, desto stärker steht das Kreuz nur noch für Mord und Tod. Es wird als bedrückend empfunden, als düster, als Sinnbild für Leid und Elend. Und selbst für diejenigen, für die das Kreuz nicht nur der Ort ist, an dem Jesus starb, sondern für die das Kreuz eben auch das Symbol unserer Erlösung ist – weil Jesus nicht im Tod geblieben ist – bleibt das Kreuz fragwürdig. Warum musste Christus sterben? Warum wusste Gott keinen anderen Weg zu unserer Erlösung? Was ist das für ein Gott, der seinen Sohn so fürchterlich zugrunde gehen lässt? Und warum steht das Kreuz immer noch in unserem Leben? Warum müssen Menschen leiden? Was bedeutet mir das Kreuz Jesu und wie stehe ich zum Leiden in der Welt? Oder zusammengefasst in der einen Frage: Wer ist schuld? Diese Fragen können an unserem Glauben nagen, unsere Existenz als Christen infrage stellen.

Carlo Carretto, ein Mitglied der „Kleinen Brüder Jesu“ Charles de Foucaulds gibt eine Antwort, die vielleicht auch eine Antwort Hiobs sein könnte. Er schreibt, dass Gott das Leid nicht einfach aus der Welt nähme, „weil er sich nicht davor fürchtet, dich weinen zu sehen, denn er weiß, was Tränen wert sind.“ Das Leid der Mitmenschen ist der Scheidepunkt des Lebens. Ich begegne dem Leid mitten in meinem Alltag. Doch wie reagiere ich darauf? Gleichgültig oder mit mitleidender Liebe und Hilfe? Wie ich reagiere, ist nicht egal, sondern eine zentrale Frage meines Lebens. Deshalb ergibt es einen Sinn, dass Gott das Kreuz im Leben lässt. Carlo Carretto schreibt: „Gott gibt uns den Stachel ins Fleisch, damit wir spüren, was die Welt braucht.“

Leid als Aufgabe. Es erinnert mich daran, dass ich zur Liebe fähig bin. Dass die Welt und die Menschen meine, Ihre Liebe brauchen. Wenn wir am Leid der Menschen mitleiden, dann hilft unsere Liebe nicht nur den Leidenden, sondern auch uns selbst. Noch einmal Carlo Carretto: „Liebe mehr, damit du weniger leidest.“ Darin ist der Jesus des Karfreitags uns ein Vorbild. Er ist das Leiden Gottes an den Menschen und er überwindet dieses Leiden durch seine Liebe.

Machen wir uns nichts vor. Selbst die allergrößte Liebe kann manches Leid nicht ungeschehen machen, kann manchen Schmerz nicht lindern. Es gibt Abgründe im Leben, welche die Liebe nicht überqueren kann. Der größte und unvermeidlichste Abgrund ist der Tod. Selbst die Liebe Jesu, die ihn bis ans Kreuz brachte, kann ihn nicht überqueren. Doch seine Liebe stürzt sich in diesen Abgrund. Das ist das Thema des Karfreitags, den wir in zwei Wochen begehen: Die Liebe Jesu, die den Abgrund des Todes nicht überqueren kann, stürzt sich in diesen Abgrund. Nimmt ihm ein wenig von seinem Schrecken, macht ihn weniger tief und furchteinflößend. „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“, sagt Hiob. Das kann ich mit Blick auf die Passion Jesu übersetzen: Weil Jesus sich in seiner Liebe am Karfreitag in den Abgrund des Todes stürzt, füllt Gott am Ostermorgen diesen Abgrund auf, überwindet ihn, macht ihn für uns Menschen passierbar, überquerbar. Gott lässt das Leid zu, er lässt das Kreuz im Leben, damit wir die Abgründe erkennen, vor denen Menschen stehen. Damit wir mit unserer Liebe helfen, die Abgründe zu überqueren. Damit wir - wenn nötig - uns mit der Liebe in diese Abgründe stürzen, damit Gott sie ausfüllen, sie überwinden kann.

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird euer Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren. (Phil. 4,7) Amen.

rbittengebet von Michael Tillmann

Gott, du bist Mensch geworden, damit wir nicht allein sind. Du bist zur Welt gekommen, damit wir uns nicht mehr fürchten. In deinem Sohn hat dich deine Liebe zu uns Menschen selbst verwundet. Als deine Kinder bitten wir dich für die Schwächsten, für die auf vielerlei Art Verwundeten:

Für die Opfer von Fanatismus und Gewalt und auch für die Täter, die blind sind in ihrem Hass. Wir bitten: Herr, erbarme dich.

Für die Menschen in Syrien und im Jemen, für die Millionen Hungernden in vielen Ländern Afrikas und die vielen Flüchtlinge, die im Mittelmeer ihr Leben riskieren, um zu uns zu kommen.

Wir bitten: Herr, erbarme dich.

Für die Armen, Kranken und Einsamen, für alle, die ihre Hoffnung verloren haben und für die vielen, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden. Wir bitten: Herr, erbarme dich.

Für alle, die sich in der Pandemie für ihre Nächsten einsetzen. Gib ihnen Kraft und lass sie nicht verzweifeln. Wir bitten: Herr, erbarme dich.

 

Alle anderen Freuden und Sorgen die unsere Herzen bewegen bringen wir Dir nun . ………. (eigenes Gebet) Wir bitten: Herr, erbarme dich.

Vater unser im Himmel……………. Amen.

Segen:

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig.

Her Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. (+) Amen.

Abkündigungen:

1. Donnerstag den 25.03 KGR Sitzung Brüel im Feuerwehrhaus Brüel.

2. Samstag den 27. März Kirchenputz um 9 Uhr in Brüel und Tempzin gleichzeitig. Jede*r bringe eigenes Reinigungswerkzeug mit.

3. Präsenz Gottesdienste beginnen Corona bedingt am Karfreitag.

4.Wer diese Wochenandacht per E-Mail oder per Post empfangen möchte, melde sich bitte bei Pastor Schröder rupert.schroeder@elkm.de (038483)-29523 / Postkasten

Lied: EG 97 Holz auf Jesu Schulter

1. Holz auf Jesu Schulter,

von der Welt verflucht,

ward zum Baum des Lebens

und bringt gute Frucht.

Kyrie eleison,

sieh, wohin wir gehn.

Ruf uns aus den Toten,

lass uns auferstehn.

2. Wollen wir Gott bitten,

dass auf unsrer Fahrt

Friede unsre Herzen

und die Welt bewahrt.

Kyrie eleison,

sieh, wohin wir gehn.

Ruf uns aus den Toten,

lass uns auferstehn.

5. Denn die Erde jagt uns

auf den Abgrund zu.

Doch der Himmel fragt uns:

Warum zweifelst du?

Kyrie eleison,

sieh, wohin wir gehn.

Ruf uns aus den Toten,

lass uns auferstehn.

6. Hart auf deiner Schulter

lag das Kreuz, o Herr,

ward zum Baum des Lebens,

ist von Früchten schwer.

Kyrie eleison,

sieh, wohin wir gehn.

Ruf uns aus den Toten,

lass uns auferstehn.

Andacht zum Sonntag Okuli, 7. März 2021, Brüel

Andacht zum Sonntag Okuli,

7. März 2021, Brüel

Hinweis: Wenn Sie wollen dann zünden Sie eine Kerze an und beginnen Sie Ihre Familien Andacht mit folgenden Worten:

Wir feiern diese Andacht im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. (+) Amen.

Begrüßung:

An manchen Tagen schaue ich zurück. Überlege, ob dieses oder jenes anders verlaufen wäre, wenn … Manchmal mag ich diese Gedanken, aber sie binden mich auch. Ich halte an der Vergangenheit fest, schaue zurück statt nach vorne.

Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes, heißt es im Wochenspruch aus dem Lukasevangelium (9,62). Mit Jesus geht es in die Zukunft. Sie ist wichtiger als das, was war. Mutig und entschlossen können wir sein, denn Jesus unser Herr ist das Licht der Welt, das uns den Weg nach vorne eröffnet.

Lied: EG 390 Erneure mich, o ewigs Licht

1. Erneure mich, o ewigs Licht,

und lass von deinem Angesicht

mein Herz und Seel mit deinem Schein

durchleuchtet und erfüllet sein.

2. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist,

der dir mit Lust Gehorsam leist’

und nichts sonst, als was du willst, will;

ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll.

Psalm: Lesen Sie Psalm 34,16-23

Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien. 17 Das Antlitz des HERRN steht wider alle, die Böses tun, dass er ihren Namen ausrotte von der Erde. 18 Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR und errettet sie aus all ihrer Not. 19 Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben. 20 Der Gerechte muss viel leiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR. 21 Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, dass nicht eines von ihnen zerbrochen wird. 22 Den Frevler wird das Unglück töten, und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld. 23 Der HERR erlöst das Leben seiner Knechte, und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.

Gebet zum Tage / Kollektengebet:

Jesus Christus, du bist das Licht der Welt. Du willst auch das Licht in unserem Leben sein. Schenke uns Klarheit, wenn wir nicht weiterwissen. Mach unser Herz hell, dass wir dich und deine Liebe zu uns erkennen. Darum bitten wir Dich, der Du zusammen mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Predigttext: Epheser 5,1-2+8-9 von Frau Kirsten Schön (Gemeindepädagogin in Brüel, Sternberg, Dabel und Witzin)

Liebe Gemeinde,

der Predigttext für den heutigen Sonntag steht im Epheserbrief Kapitel 5, die Verse 1 - 2 und 8-9.

1 So folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder 2und lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch. 8Denn ihr wart Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Lebt wie die Kinder des Lichts; 9die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

Ich möchte Sie einladen, Gedanken zu diesem Text mit mir zu teilen. Möge Gott uns in unseren Überlegungen begleiten und unseren Geist erfüllen. Amen

Ein Leben im Licht, so die große Überschrift in meiner Lutherbibel für das Kapitel mit dem heutigen Predigttext. Ja, ein Leben im Licht, wer wünscht sich das nicht. Keine Dunkelheit, in der wir uns manchmal befinden, kein Grübeln und keine Angst, keine Sorge, die mich erdrückt, kein Zweifel an mir und an dem was ich tue.

Wenn ich mit Ihnen, liebe Gemeinde, liebe Leser dieses Briefes zusammensitzen würde, dann würde ich Sie jetzt fragen, was Ihnen zu dem Wort Kinder einfällt. Denn von Kindern ist die Rede, als geliebte Kinder, als Kinder des Lichts.

Ich lade Sie ein, bevor Sie weiter lesen, Ihren Gedanken dazu freien Lauf zu lassen. Ganz spontan, ohne große Überlegungen. Und wenn Sie wollen, schreiben Sie es auf.

Was fällt Ihnen zu dem Wort KINDER ein?.....................

Arbeit mit Kindern ist mein Aufgabengebiet, ist meine Herzensangelegenheit, ist mir wichtig, bereitet mir große Freude. Und wenn ich an Stunden, Erlebnissen mit Kindern, Augenblicken zurückdenke, dann fällt mir neben Lachen, Neugierde, Bewegungsdrang, Austesten, vor allem auch ein, dass Kinder sich einer Sache ganz hingeben können, ganz vertieft in einem Spiel, einem Gestalten sein können, mit ihren Gedanken ganz bei der einen Sache sind. Sie entscheiden sich und dann lassen sie ihrer Phantasie freien Lauf. Dabei verarbeiten sie, was sie von uns, den Erwachsenen, den Eltern, Großeltern, Lehrern, und Nachbarn und auch von mir, aufnehmen. Sie ahmen uns nach. Wir sind Vorbilder für unsere Kinder und Gott ist Vorbild für uns.

Dazu fordert Paulus auf. Folgt Gottes Beispiel oder besser noch, ahmt ihn nach.

Paulus schreibt an die Gemeinde der Epheser. Es geht ihm darum, dass die Menschen dort den Reichtum den sie durch die Gnade Gottes besitzen und die umfassende Bedeutung und Wirklichkeit Christi, an der die Gemeinde als ein Leib teilhat, erkennen. Und er sagt ihnen, wie sie leben sollen, um ein Leben im Licht zu leben.

Meine Zeit, meine Stunden mit Kinder sind Lichtblicke für mich.

Wir haben die Zusage Gottes, Kinder des Lichts zu sein und im Licht der Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit leben zu dürfen. Eine Mahnung und doch zugleich eine Zusage, die hilft, auch durch die größte Finsternis zu kommen.

Wenn wir die Augen schließen ist es fast wie Dunkelheit. Wenn dann jemand mit einer Kerze an unseren Augen vorüberzieht, können wir das Licht Gottes erahnen. Probieren sie es einmal aus. Das Licht Gottes, das uns geschenkt ist, wird sichtbar. Amen

Wir wollen beten

Du, Gott, bist unser Licht. Erhelle unser Leben.

Gott, in unserem Leben ist nicht immer alles in Ordnung. Es gibt Tage, da würden wir uns am liebsten verkriechen, weil alles schief geht.

Du, Gott, bist unser Licht. Erhelle unser Leben.

Es gibt Tage, an denen wir wütend sind, so wütend, dass wir am liebsten um uns treten würden.

Du, Gott, bist unser Licht. Erhelle unser Leben.

Es gibt Tage, Gott, an denen wir traurig sind, so traurig, dass alles grau zu sein scheint.

Du, Gott, bist unser Licht. Erhelle unser Leben.

Es gibt Tage, Gott, an denen uns nichts gefällt, an denen uns niemand etwas recht machen kann.

Du, Gott, bist unser Licht. Erhelle unser Leben.

Gott, wir vertrauen fest darauf, dass du auch und gerade an solchen Tagen nicht von unserer Seite weichst, dass du uns auch dann noch lieb hast, wenn wir selbst uns unausstehlich finden.

Du, Gott, bist unser Licht. Erhelle unser Leben.

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. (+) Amen.

Liebe Gemeinde, seien Sie gesegnet und behütet und bleiben Sie vor allem auch gesund.

Ihre Kirsten Schön

Lied: BEL 648 Ins Wasser fällt ein Stein

1. Ins Wasser fällt ein Stein,

ganz heimlich still und leise;

und ist er noch so klein,

er zieht doch weite Kreise.

Wo Gottes große Liebe in einen Menschen fällt,

da wirkt sie fort in Tat und Wort

hinaus in unsre Welt.

2. Ein Funke, kaum zu sehn,

entfacht doch helle Flammen,

und die im Dunkeln stehn,

die ruft der Schein zusammen.

Wo Gottes große Liebe in einem Menschen brennt,

da wird die Welt vom Licht erhellt;

da bleibt nichts, was uns trennt.

3. Nimm Gottes Liebe an.

Du brauchst dich nicht allein zu mühn,

denn seine Liebe kann

in deinem Leben Kreise ziehn.

Und füllt sie erst dein Leben, und setzt sie dich in Brand,

gehst du hinaus, teilst Liebe aus,

denn Gott füllt dir die Hand. Text: Manfred Siebald 1973

Abkündigungen:

1. Von Montag den 1. März bis zum 13. März ist Pastor Schröder im Urlaub. Vertretung macht Pastor Ludwig Hecker aus Sternberg: Handy 01794298619 E-Mail ludwig-hecker@elkm.de Festnetz 03847-2919

2. Wer diese Wochenandacht per E-Mail oder per Post empfangen möchte, melde sich bitte bei Frau Stephan im Kirchenbüro (038483)-20334 , bruel@elkm.de oder werfen Sie ein Zettel in den Postkasten, mit Namen und Kontaktdaten.

3. Am Sonntag den 14. März findet unser Regionaler Familienkreuzweg statt. Beginn ist um 14 Uhr in Penzin, draußen vor der Kirche, mit sieben Stationen über Blankenberg, am Tempziner See entlang bis zur Tempziner Kirche, wo wir mit einer Andacht und Kirchenkaffee auf Abstand, die Runde schließen. Bringen Sie bitte Ihre FFP2 Masken mit, falls der zwei Meter Abstand unterschritten werden muss. An diesem Wochenende wird keine Andacht verteilt.

4.Die vorigen Andachten stehen auf unsere Internetseite:

https://www.stadtbrueel.de/soziales/kirche/evangelische-kirchgemeinde.html

4.Bitte nutzen Sie zusätzlich die Angebote online unter  http://www.kirche-mv.de

Andacht zum Sonntag Reminiszere, 28. Februar 2021

Andacht zum Sonntag Reminiszere,

28. Februar 2021, Brüel, Pastor R.G. Schröder

Hinweis: Wenn Sie wollen dann zünden Sie eine Kerze an und beginnen Sie Ihre Familien Andacht mit folgenden Worten:

Wir feiern diese Andacht im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. (+) Amen.

Begrüßung:

Gerade leben wir in unseren Gottesdiensten in der Zeit, in der wir des Leidens und Sterbens Jesu gedenken, der Passions- und Fastenzeit. Aber wir hören auch wieder von Gottes Liebe, wie der Wochenspruch es uns zusagt (Röm. 5,8): Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.

Psalm: Lesen Sie Psalm 25,1-9

Nach dir, HERR, verlangt mich. 2 Mein Gott, ich hoffe auf dich; lass mich nicht zuschanden werden, dass meine Feinde nicht frohlocken über mich. 3 Denn keiner wird zuschanden, der auf dich harret; aber zuschanden werden die leichtfertigen Verächter. 4 HERR, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige! 5 Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich! Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich. 6 Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind. 7 Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, HERR, um deiner Güte willen! 8 Der HERR ist gut und gerecht; darum weist er Sündern den Weg. 9 Er leitet die Elenden recht und lehrt die Elenden seinen Weg.

Gebet zum Tage / Kollektengebet:

Herr Jesus Christus, wir danken dir, dass du uns vorausgegangen bist und uns durch den Tod ins Leben führst. Wir bitten dich: Schenke es, dass wir uns dir anvertrauen und uns ganz auf dich und deine Barmherzigkeit verlassen – und nicht auf unsere eigenen Kräfte. Das bitten wir um deiner Liebe willen, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Predigttext: Jesaja 5,1-7 von Pfarrerin Dr. Sibylle Rolf, Reminiszere Sonntag

Thema: Barmherzigkeit – Gottes Herz für uns

Die Predigt sollte von zwei Sprechern/-innen gelesen werden.

 

Gnade sei mit Euch und Friede, von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. (1. Kor. 1,3)Amen.

Liebe Schwestern und Brüder,

Sprecher/-in A:

Es ist Erntefest im Volk Israel. Viele Menschen sind unterwegs. Die Straßen und Gassen sind belebt. Auf einem kleinen Platz stimmt jemand sein Instrument. Leute bleiben stehen, erwarten einen Vortrag. Sie stoßen einander an. „Ist das nicht…“, wispert einer. „Ja, genau, der Sohn von Amoz. Der mit den beiden Söhnen, denen er so komische Namen gegeben hat.“ „Wie heißt er noch?“ „Jesaja.“ „Richtig. Neulich lief er nackt durch die Stadt. Ein Spinner, oder?“ „Er erzählt von Gott“, sagt ein anderer. „Er sagt, wir haben Gott verlassen. Gott wird uns bestrafen. Die Assyrer werden alles kaputt machen.“ „Ach, hör auf. Diese Untergangsbotschaft will keiner hören.“ Bevor sie sich richtig in die Haare bekommen, stößt einer der Umstehenden sie in die Rippen. „Ruhe jetzt. Er will singen.“ Das Instrument ist gestimmt. Eine schöne Bariton-Stimme ertönt über den Platz.

Sprecher/-in B:

„Wohlan, ich will von meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg“

Sprecher/-in A:

„Ein Liebeslied“, raunen die Leute. „Ein Hochzeitslied.“ Schön. Sie machen es sich bequem. Entspannen sich. Der Weinberg – das Bild der geschmückten Braut, die ihren Bräutigam erwartet und mit ihm die Früchte des Weinstocks genießt. Oder auch das Bild des Volkes, an das Gott sich gebunden hat. Endlich mal eine wohltuende Botschaft von diesem Propheten, von dem man sonst so viel Bedrohliches hört. Und da geht es auch schon weiter.

Sprecher/-in B:

„Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte…“

Sprecher/-in A:

Welch eine Liebe und Sorgfalt zeigt sich in diesem Bild. Vor den Augen der Zuhörenden entstehen der Weinberg und der Weingärtner. Eine Hacke trägt er, um die Steine aus dem Boden zu holen. Es ist eine harte Arbeit. Die Sonne brennt auf den Weinberg und bringt den Weingärtner zum Schwitzen. Aber seine Augen leuchten. Er ist voller Liebe zur Erde, voller Liebe zu seinem Stück Land und zu seinem Weinberg. Mit Hingabe pflegt er, gießt und schneidet, pflanzt und jätet. An manchen Tagen streichelt er die Blätter. Er wendet sich den Pflanzen zu und freut sich auf das Ergebnis. Dafür nimmt er große Steine und baut einen Turm, damit er die Weinreben schützen kann, und gräbt eine Kelter, in der in einigen Monaten der Wein angesetzt wird.

Es ist wie vor den Mauern unserer Stadt, denken die Menschen. Die Arbeit, die Liebe, die Sorgfalt. Es ist, wie wenn ein Mann um die Frau wirbt, die er liebt. Wie wenn Eltern ihren Kindern alles an Fürsorge und Schutz geben, was sie haben. Es ist - wie es eben natürlich und gut ist. Das Bild ist so schön, dass sie fast nicht hören, wie das Lied weitergeht.

Sprecher/-in B:

„… aber er brachte schlechte....“

Sprecher/-in A:

Was? Das darf nicht sein – das kann nicht sein. Aber er brachte schlechte… Der Weingärtner hat alles richtig gemacht. Er hat für seinen Weinberg alles gegeben, was er hatte. Seine Zeit, seine Liebe, seine Zuwendung, die Mittel, die er zur Verfügung hat. Sonne und Regen sind gekommen – aber der Weinberg bringt schlechte Trauben hervor. Saure Trauben, die niemandem guttun. Früchte, die krank machen. Ein Schlag ins Gesicht für den Gärtner.

Die Menschen sehen sich um. Der Schock steht vielen ins Gesicht geschrieben. Die Idylle - auf einmal beendet. Das schöne Bild des Weinbergs mit seinen saftigen, reifen Trauben bleibt eine Wunschvorstellung. Empörung macht sich breit. Das Lied wird fortgesetzt.

Sprecher/-in B:

„Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg! Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte?“

Sprecher/-in A:

Wer spricht, fragen sich die Menschen. Wer ist der Weingärtner? Der Mann, der um seine Braut warb? Die Eltern, die sich für ihr Kind einsetzten, ihm alles gaben, was sie irgend hatten? Sie spüren die Enttäuschung. Alles gegeben im Wissen, dass es gute Frucht bringt. Zeit und Kraft aufgewendet. Für nichts. Der Weinberg ist trocken und verdorben. Der Traum ist ausgeträumt.

Einer denkt an seine geplatzte Hochzeit und kann noch den Schmerz fühlen. Die, die neben ihm steht, hat ihren Sohn vor Augen. Sie hat nicht gewollt, dass er diesen Weg eingeschlagen hat. Enttäuschung breitet sich wieder in ihr aus. Ein anderer musste gerade seinen Laden schließen. Sein Konzept ist nicht aufgegangen. Vielleicht ist ihm aber auch übel mitgespielt worden. Er lässt die Wut darüber wieder aufsteigen. Eine denkt an ihre Mutter. So viel Bitterkeit und Ablehnung. Und immer hatte sie es doch richtig machen wollen. Und nichts hat gefruchtet. Von den bitteren Tränen ist alles schon wund in ihr.

Was sollte man noch mehr tun? Alles war getan worden. Es fehlten nur die Trauben. Die hätten von ganz alleine kommen sollen. Vergeudete Liebe. Vergeudete Fürsorge. Alles für nichts. Und wieder wird das Lied fortgesetzt.

Sprecher/-in B:

„Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er kahl gefressen werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde. Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen.“

Sprecher/-in A:

Das ist gerecht, denkt der verlassene Bräutigam. Nichts mehr tun. Sich umdrehen und gehen. Sie ihrem Schicksal überlassen. Nicht mehr trauern. Das Leben geht weiter. Sie war es nicht wert.

Aber, denkt die Mutter, er ist doch mein Sohn … ich kann doch nicht einfach … obwohl, vielleicht täte es mir gut. Ein klarer Schnitt. Ein Ende mit Schrecken. Sonst wird es noch ein Schrecken ohne Ende, wie man so sagt. Sie spürt die Trauer. Soll ich ihn wirklich verlieren müssen?

Der andere sieht sich schon die Tür abschließen zu seinem Laden. Die Regale werden nicht wieder gefüllt. Dann eben nicht. Woanders werde ich Kunden finden, die mein Angebot zu schätzen wissen. Trotz steigt in ihm auf.

Und die Tochter schließlich zieht innerlich eine klare Grenze. Sie haben es nicht besser verdient. Und zu ihrer Bestattung werde ich auch nicht kommen, denkt sie. Einfach nichts mehr tun. Nicht mehr leiden. Den Schmerz nicht mehr ertragen. Wenn selbst das Allernatürlichste nicht mehr erwartet werden kann, ist es Zeit für einen Schnitt. Die Menschen fühlen sich bestärkt und wollen sich schon umdrehen und gehen. Doch halt, das Lied geht noch weiter. Wirklich? Es war doch eigentlich alles gesagt …

Sprecher/-in B:

„Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.“

Sprecher/-in A:

Das sitzt. Du bist die Trauben. Nicht der Gärtner. Kein klarer Gedanke mehr. Halt, will einer rufen. Doch der Prophet dreht sich um und verlässt den Platz. Einer nach dem anderen, so machen die Menschen sich auf den Heimweg. Ratlos. Nachdenklich. Auch ein bisschen trotzig. Hat er recht? Und was wird geschehen? Hat der Prophet recht? Und was wird geschehen? Statt Rechtsspruch Rechtsbruch. Statt Gerechtigkeit Schlechtigkeit. Der Weinberg hat es nicht besser verdient. Vielleicht haben Menschen es nicht besser verdient. Manches fällt auf uns zurück. Manche Folgen unserer Tat werden wir tragen, werden wir ertragen müssen. Klimawandel, Viren, die von Tieren auf Menschen überspringen, politische Gewalt und Ignoranz – bis ins Unendliche ließe sich die Reihe fortsetzen.

Und in meinem Leben? Manches fällt auf mich zurück, ist schon auf mich zurückgefallen. Manche Lieblosigkeit holt mich ein, manchmal nach langer Zeit. Mancher Schmerz, den ich einem anderen, geliebten Menschen zugefügt habe, taucht wieder auf, schlägt seine Krallen in meine Seele. Ich habe es nicht besser verdient. Manche Lüge hat kurze Beine. Die Wahrheit kommt fast immer ans Licht. Und oft tut sie weh. Und manche Unachtsamkeit rächt sich. Wird immer größer und bleibt in der Welt. Was wird geschehen?

Fast 700 Jahre später erzählt ein Prophet wieder von Weinbergen und Arbeitern im Weinberg. Von Weingärtnern und vom Weinstock, an dem die Reben hängen. Und er spricht von Gottes Barmherzigkeit. Vom Vater mit seinen beiden Söhnen. Von Neubeginnen und Gottes Großzügigkeit. Im Raum und unter dem Schirm der Barmherzigkeit können Menschen sich verändern, ist ein Neubeginn möglich. Weil sie mit Liebe angesehen werden. Gedenke, Gott, an deine Barmherzigkeit! In der „Barmherzigkeit“ steckt das Herz, das Gott für uns, für seine Menschen, hat. Und dann ist er für uns eingetreten. Ins Mittel getreten, in den Riss, der zwischen uns und der Welt verläuft. Trägt, was wir nicht tragen können. Versöhnt mit dem, was ist. Schenkt Frieden, den wir nicht schenken können. Er, den wir in diesen Wochen nach Jerusalem begleiten, bis ans Kreuz und durch das Grab hindurch. Weil er es gewagt hat, für Barmherzigkeit zu leben und zu sterben, gibt es einen Neubeginn für mich, für uns. Immer wieder. Das Leben setzt sich durch. Am Weinberg können noch gute Trauben wachsen. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird euer Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren. (Phil. 4,7) Amen.

Fürbittengebet

Gnädiger Gott, schenke es, dass wir uns ganz auf dich verlassen und uns dir anvertrauen. Rühre uns an mit deiner heilenden und versöhnenden Kraft.

 Liebe lebt auf, die längt erstorben schien.

Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün. (EG 98,1)

 

Gnädiger Gott, wir legen Sterbende an dein Herz und Menschen, die sie versorgen; auch Verstorbene und Menschen, die um sie trauern. Lass uns ausruhen im Raum deiner Liebe.

Liebe lebt auf, die längt erstorben schien.

Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Gnädiger Gott, mach uns zu Boten des Lebens und der Versöhnung in dieser Zeit und in unserer Welt. Schenke uns den Mut zum Vertrauen auf deine Liebe, die wächst und lebendig ist, auch wenn alles tot erscheint.

Liebe lebt auf, die längt erstorben schien.

Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün. Amen….Vaterunser.

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig.

Her Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. (+) Amen.

Abkündigungen:

1. Von Montag den 1. März bis zum 13. März ist Pastor Schröder im Urlaub. Vertretung macht Pastor Ludwig Hecker aus Sternberg: Handy 01794298619 E-Mail ludwig-hecker@elkm.de Fest. 03847-2919

2. Am Freitag den 5.März, um 19 Uhr bei Bibel TV, können Sie zu zweit den Weltgebetstag Gottesdienst zuhause mitfeiern. Dazu gibt es kleine Hefte und Spendenumschläge die Sie jederzeit vor unserem Kirchenbüro abholen können. Die gesiegelten Spendenumschläge können Sie bei Frau Stephan im Kirchenbüro abgeben.

3. Wer diese Wochenandacht per E-Mail oder per Post empfangen möchte, melde sich bitte bei Frau Stephan im Kirchenbüro oder, bruel@elkm.de oder (038483)-20334 oder ein Zettel im Postkasten.

4. Am Sonntag den 14. März findet unser Regionaler Familienkreuzweg statt. Beginn ist um 14 Uhr in Penzin, draußen vor der Kirche, mit sieben Stationen über Blankenberg, am Tempziner See entlang bis zur Tempziner Kirche, wo wir mit einer Andacht und Kirchenkaffee auf Abstand, die Runde schließen.

Andacht zum Sonntag Invokavit, 21. Februar 2021

Andacht zum Sonntag Invokavit,

21. Februar 2021, Brüel, Pastor R.G. Schröder

Hinweis: Wenn Sie wollen dann zünden Sie eine Kerze an und beginnen Sie Ihre Familien Andacht mit folgenden Worten:

Wir feiern diese Andacht im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. (+) Amen.

Begrüßung:

Willkommen zum Gottesdienst am ersten Sonntag der Passions- und Fastenzeit. Er wird „Invokavit“ genannt – auf Deutsch: „Er hat gerufen“. Im 91. Psalm heißt es: „Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen“. Hoffen wir, dass Sie und ich das so für uns annehmen können. Aber gilt das auch für eine der dunkelsten Figuren der Bibel, für Judas, der Jesus verriet? Diese Frage wird uns heute beschäftigen. Der Wochenspruch lautet (1. Joh. 3,8b):Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.

Psalm: Lesen Sie Psalm 91

1 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, 2 der spricht zu dem HERRN: / Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. 3 Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest. 4 Er wird dich mit seinen Fittichen decken, / und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, 5 dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor dem Pfeil, der des Tages fliegt, 6 vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt. 9 Denn der HERR ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht. 10 Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen. 11 Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, 12 dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

Gebet zum Tage / Kollektengebet:

Wenn wir vor uns selbst erschrecken, Gott, den Abgrund in uns erblicken, halte uns fest und bei Dir geborgen - das bitten wir Dich durch Jesus Christus, der mit dir und dem heiligen Geist das Gute in uns stärkt – heute, morgen, alle Zeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Predigttext: Johannes 13, 21-30Pastor Matthias Wöhrmann

Invokavit, 21. Februar 2021 Brüel

Thema: Die Nacht auch meiner Sünden

Gnade sei mit Euch und Friede, von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. (1. Kor. 1,3)Amen.

Liebe Schwestern und Brüder,

Judas Iskariot – der Jünger, der Jesus verraten hat. Er hat den Verfolgern den entscheidenden Hinweis gegeben, wo sie Jesus gefangen nehmen können, Geheimzeichen: ein Kuss. Judas Iskariot hat damit die traurige Berühmtheit erlangt, einer der bekanntesten Verräter zu sein. So wie Brutus, der Cäsar ermordet hat. Die Liste geht weiter bis in die Gegenwart. Günter Guillaume, der sich als Agent die Nähe von Willy Brandt erschlichen hat und Informationen in den Osten verraten hat.

Judas Iskariot steht nicht allein da, Verrat hat es immer gegeben, und es gibt ihn auch heutzutage. Nicht nur in der großen Politik, auch im persönlichen Bereich. In der Familie fühlen sich Männer und Frauen von ihren untreuen Partnern verraten, Eltern von ihren Kindern, Geschwister untereinander. Verrat gibt es auch in Schule und Beruf; und oft hat Verrat etwas mit enttäuschtem Vertrauen zu tun.

Wir hören den Predigttext aus Johannes 13,21-30:

Jesus wurde erregt im Geist und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische lag an der Brust Jesu, den hatte Jesus lieb. Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte, wer es wäre, von dem er redete. Da lehnte der sich an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist's? Jesus antwortete: Der ist's, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er nahm den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald! Niemand am Tisch aber wusste, wozu er ihm das sagte. Denn einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, spräche Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest nötig haben!, oder dass er den Armen etwas geben sollte. Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht.

„Und es war Nacht“ – das ist für den Verfasser des Johannesevangeliums nicht nur eine Zeitangabe. Doppeldeutig ist vieles formuliert; wer dazu bereit ist, kann den tieferen Sinn heraushören. Eine finstere Zeit hat begonnen, zunächst für Judas, der in der Finsternis verschwindet. Er ist nun allein mit seinem Entschluss, Jesus zu verraten. Die Finsternis hat sich über ihn gelegt, und nach biblischer Überlieferung hat er sich später das Leben genommen.

Doch Nacht war es nicht erst, als Judas im Dunkel verschwunden ist. Schon vorher hat die Szene des letzten Essens Jesu mit seinen Jüngern etwas Düsteres. Jesu Ankündigung des Verrats liegt wie ein Schatten auf dem Ganzen. Er, der sich selbst im Johannesevangelium als das Licht der Welt bezeichnet, kann die Gruppe der Jünger nicht zum Strahlen bringen. Schon die Jünger scheinen das Licht nicht zu ergreifen. Erschrocken fragen sie: Herr, bin ich‘s. Sie wissen ja alle zu gut, dass sie in verschiedener Weise Jesus verraten könnten: Petrus, der ihn kurze Zeit später dreimal verleugnet, oder die anderen, die ihn im Stich gelassen haben.

Das Erstaunliche an dieser nächtlichen Szene: Jesus wendet sich nicht ab von seinen Jüngern. Er bestraft niemanden für seinen Verrat. Er weiß wohl: In jeder Gruppe gibt es immer beides, Treue und Verrat. Auch in der engsten Gemeinschaft gibt es nicht nur Liebe, sondern auch Missgunst. Jesu Antwort auf diese Situation ist eindeutig: Er hält den Seinen die Treue. Das gilt sogar für Judas. Dass er geht, bleibt seine teuflische Entscheidung. Jesus bricht nicht mit dem Verräter, er gibt auch ihm von dem Brot, nachdem er es in die Schüssel getaucht hat.

Was da vom Kreis der Jünger zu erkennen ist, gilt wohl für jede menschliche Gemeinschaft: Wo Menschen miteinander leben und arbeiten, da gibt es nicht nur Vertrauen und gelingende Gemeinschaft. Ob in einer Partnerschaft, in der Familie, in einer Schulklasse oder bei der Arbeit: überall kommt das auch vor, dass man sich gegenseitig übervorteilt, dass jemand verraten oder gemobbt wird, dass man anderen mit Neid oder Verachtung begegnet. Das wünscht sich niemand, und wir versuchen, solches Verhalten zu überwinden, aber trotz allen Bemühens werden wir es immer wieder erleben.

Das gilt auch für unsere Gemeinschaft als Kirche. Wir sind um nichts besser als die ersten Jünger. Auch in unserer Gemeinde gibt es nicht nur Gelungenes, sondern auch die düsteren Seiten. Wenn wir ehrlich auf uns schauen, dann wissen wir es: Auch bei uns gibt es so etwas wie Misstrauen und Verrat. Davon kommt meist nur wenig ans Tageslicht, vieles bleibt im Dunkel.

Besonders schwer fällt dabei, sich einzugestehen: Es sind nicht immer nur die anderen, auf die man mit dem Finger zeigen kann, jede und jeder kann erkennen: Ich bin es auch selbst. Ich bin nicht besser als die anderen, auch nicht besser als Petrus oder Johannes oder Judas. Das kann dazu helfen, barmherziger mit den anderen umzugehen. Vielleicht auch, sich nicht immer gleich verraten und verkauft zu fühlen von den Politikern, die Entscheidungen treffen müssen, von den Chefs und Lehrern, die auch nur Menschen sind.

Dazu könnten die vor uns liegenden Wochen gut sein: die Passionszeit als eine Zeit, uns selbst zu erkennen: Wo bin ich selbst voll Neid und Misstrauen, wo übe ich Verrat an Menschen in meiner Nähe, Verrat aber auch an den Werten unseres Zusammenlebens und nicht zuletzt auch Verrat an der Sache Jesu Christi?

Es ist hilfreich, in solchem Erkennen nicht allein zu bleiben. Es tut gut, da auf Jesus Christus zu schauen. Denn Jesus wirft sein Vertrauen trotz des Verrats nicht weg. Seine Treue bleibt, und seine Liebe bleibt. Auch für Judas und Petrus, auch für dich und mich.

Bei Jesus geht es noch einen Schritt weiter: Es bleibt das Vertrauen in Gottes Heilswillen für die Menschen. So wie es im ersten Buch der Bibel am Ende der Geschichte von Joseph und seinen Brüdern heißt: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten.“ (1. Mose 50,20)

Selbst der Verrat des Judas führt am Ende dazu, dass Jesus allen Menschen zugute durch den Tod geht und das Leben bringt. Damit wird der Verrat nicht gut geheißen, aber bei Gott kann auch das falsche Tun der Menschen am Ende zum Guten führen.

Diesem Gott können wir uns anvertrauen mit unserem ganzen Leben zwischen Treue und Verrat; wir können versuchen, mehr Vertrauen zu üben und Gottes neuem Tag entgegenzugehen. So können wir einstimmen in den Liedvers aus dem Gesangbuch (EG 445,3): „Lass die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, lass mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hilf und Rat ist für meine Missetat.“ Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird euer Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren. (Phil. 4,7) Amen.

rbittengebet

Herr, Du kennst uns, unser verräterisches Herz, unsere Wege in die Dunkelheit. Darum bitten wir dich für alle, die in der Nacht verirrt sind: in der Nacht des Hasses auf jemanden, in der Nacht des Leidens an jemandem, in der Nacht heimtückischer Freude am Bösen, in der Nacht der Lust am Untergang, in der Nacht von Angst, Zweifel und Not.

Erbarme dich unser! Sende dein Licht, auf dass wir freundlich werden, Vergebende, auf dass wir Mut, Glauben und Heil spüren in Dir. Lass uns unserer Rettung gewiss werden: Du bringst uns doch zum Ziele, auch durch die Nacht.

 

Alle anderen Freuden und Sorgen die unsere Herzen bewegen bringen wir Dir nun . ………. (eigenes Gebet)

Vater unser im Himmel……………. Amen.

Segen:

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig.

Her Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. (+) Amen.

Abkündigung:

1. Die Bibelwoche wurde Corona bedingt bis auf weiteres verschoben.

2. Am 5.März um 19 Uhr in Bibel TV können Sie zu zweit den Weltgebetstag Gottesdienst zuhause mitfeiern. Dazu gibt es kleine Hefte und Spendenumschläge die Sie jederzeit vor unserem Kirchenbüro abholen können.

3.Wer diese Wochenandacht per E-Mail oder per Post empfangen möchte, melde sich bitte bei Pastor Schröder rupert.schroeder@elkm.de (038483)-29523 / Postkasten

Andacht zum Sonntag Estomihi, 14. Februar 2021

Andacht zum Sonntag Estomihi,

14. Februar 2021, Brüel, Pastor I.R. Schäfer

Hinweis: Wenn Sie wollen dann zünden Sie eine Kerze an und beginnen Sie Ihre Familien Andacht mit folgenden Worten:

Wir feiern diese Andacht im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. (+) Amen.

Begrüßung:

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Während in diesen Tagen landauf, landab Karneval gefeiert wird, vertrauen wir uns der Hilfe Gottes an, um uns auf die bevorstehende Passionszeit bzw. Fastenzeit vorzubereiten. Diese Bitte um Gottes Hilfe hat dem heutigen Sonntag seinen Namen gegeben: Esto mihi, auf Deutsch: „Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest!“(Ps 31,3b) Jesus sagt im Wochenspruch (Lukas 18,31), wozu wir Hilfe nötig haben: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.

Psalm: Lesen Sie Psalm 31

HERR, auf dich traue ich, / lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit! 3 Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest! 4 Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. 5 Du wollest mich aus dem Netze ziehen, / das sie mir heimlich stellten; denn du bist meine Stärke. 6 In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott. 7 Ich hasse, die sich halten an nichtige Götzen; ich aber vertraue auf den HERRN. 8 Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst und kennst die Not meiner Seele 9 und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weiten

Raum. 16 Meine Zeit steht in deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen. 17 Lass leuchten dein Antlitz über deinem Knecht; hilf mir durch deine Güte!

Gebet zum Tage / Kollektengebet:

Gott erhalte unsern Geist in deiner Wahrheit.

Entfache unser Herz in deiner Liebe.

Bewahre unsere Sinne in deinem Licht.

Behüte unsern Mut.

Lass uns nicht nur innehalten, sondern aushalten.

Lass uns nicht eichen, sondern wachen.

Durch unsern Herrn Jesus Christus,

deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen

geist lebt und regiert in aller Ewigkeit. Amen.

Altes Testament: Jesaja 58,1-9a

1 Rufe laut, halte nicht an dich! Erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige meinem Volk seine Abtrünnigkeit und dem Hause Jakob seine Sünden! 2 Sie suchen mich täglich und wollen gerne meine Wege wissen, als wären sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon getan und das Recht seines Gottes nicht verlassen hätte. Sie fordern von mir Recht, sie wollen, dass Gott ihnen nahe sei. 3 »Warum fasten wir und du siehst es nicht an? Warum kasteien wir unseren Leib und du willst's nicht wissen?« Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäften nach und bedrückt alle eure Arbeiter. 4 Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut, wenn eure Stimme in der Höhe gehört werden soll. 5 Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit oder seinen Kopf hängen lässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der HERR Wohlgefallen hat? 6 Ist nicht das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! 7 Heißt das nicht: Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! 8 Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deinen Zug beschließen. 9 Dann wirst du rufen und der HERR wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich.

Lieder: EG 401 Liebe die du mich zum Bilde /// EG 3 Wir gehen hinauf

 

Andacht zu Jesaja 58,1-9a (Pastor I.R. Schäfer)

Herr segne dies Wort an uns allen. Amen.

Liebe Gemeinde,

Propheten sind bekanntlich keine Menschen, die zurückgezogen warten, was kommen wird. Macht beeindruckt sie nicht, auch nicht Angst vor Menschen! „Halte nicht an dich! Erhebe deine Stimme wie eine Posaune!“ sagt Gott zu ihnen. „Verkündige meinem Volk seine Abtrünnigkeit und dem Hause Jakob seine Sünden!“ (Jesaja 58,1 Auswahl)

Ergriffen von mächtiger Hand sind sie gezwungen, Gottes Zorn zu verkünden. „Ihr nehmt das Problem der Sünde zu leicht!“ sagen sie. „Versucht nicht den Faktor Sünde auszuklammern.“ Ihre Worte sind wie Brandfackeln. Sie schildern Gott als den Gewalttätigen, den Furchtbaren, den fernen, den Majestätischen, den Zornigen, der den Erdboden erzittern lässt, der mit dem Feuer seines Grimms die Frevler verzehrt und sein sündiges Volk wie ein Tongefäß zerschmettert.

Liebe Gemeinde, wie erschrocken ist man über Gottes Antwort auf die Frage des Propheten:

Warum ist denn dein Gewand so rotfarben und dein Kleid wie das eines Keltertreters?“ Gott antwortet darauf:“ Ich trat die Kelter alleine und niemand unter den Völkern mit mir. Ich habe sie gekeltert in meinem Zorn und zertreten in meinem Grimm. Da ist ihr Blut auf meine Kleider gespritzt und ich habe mein Gewand besudelt, denn ich hatte einen Tag der Vergeltung mir vorgenommen. …. Ich habe die Völker zertreten in meinem Zorn und habe sie trunken gemacht in meinem Grimm und ihr Blut auf die Erde geschüttet.“ (Jesaja 63,2-4a +6)

Im folgenden Sinne sagt Jesaja Gottes Wort zu uns:

Nein, ich bin durchaus nicht euer lieber Gott, der immer nur das tut, was ihr wollt! Der eure Feste verschönt und euch dann wieder in Ruhe lässt, wenn`s ums Geschäft geht. Nein, ich bin durchaus nicht euer lieber Gott, der nur euren Interessen dient! Da kennt ihr mich schlecht! Euer Kult interessiert mich nicht! Was mich interessiert ist, wie ihr die Weichen wieder richtig stellt.

Radikal ist die Gesellschaftskritik der Propheten. Radikal durchdachte sie die gegenwärtigen Verhältnisse. Und sobald sich die äußeren Verhältnisse zu Ungunsten der unteren Schichten verändert, bricht ihr Protest auf. Unverblümt geißeln sie die Schuldigen und warnend nennen sie die Dinge beim Namen.

Nein sagt heute der Prophet, das Entscheidende fehlt bei euch.

Täuscht euch nicht: Eure kirchlichen Betriebsamkeiten, euer Fasten- und Passionszeit sind belanglos, wenn gleichzeitig eure Solidarität fehlt. Ihr erfüllt kirchliche Konventionen, bleibt am Äußerlichen kleben, doch ohne Loyalität zu dem, was Gott von euch will, ohne zum Kern der Gottesbeziehung vorzudringen.

Das Hauptgewicht seiner Sorge gilt nämlich denen, die das ganze Jahr nicht wirklich satt werden. Das schreibt uns heute der Prophet ins Stammbuch. Gott interessiert, was der Mensch für den Menschen sein kann. Eine Passionszeit nur mit dem Mund, nicht aber mit den Herzen ist kein Ersatz für Mitmenschlichkeit. Wie eine Binse beugt ihr nur den Kopf. Aber vergesst nicht: Die Brücke zu Gott ist zugleich eine Brücke zum Mitmenschen, insbesondere zu denen, die an der untersten Sprosse der sozialen Leiter stehen.

Vor Gott übrigens gibt es keine Menschen zweiter Klasse. Nicht nur die Axt ihres Wortes legen die Propheten an die Wurzel des Bösen. Demonstrativ nimmt der Prophet Hosea eine Hure zur Frau. Und Jeremia läuft seit Wochen mit einem Rinderjoch um den Nacken durch die Straßen Jerusalems. Und wer meint, die Gottesmänner sollten sich lieber heraushalten aus der Politik, der sieht die Propheten mit dem Einsetzen und Absetzen von Königen befasst.

Im Namen Gottes wählen sie den nächsten Thronanwärter aus. Im Namen Gottes sorgen sie dafür, dass der König wieder vom Thron beseitigt wird, wenn der Geist Gottes nicht mehr auf ihn ruht. Und derselbe Samuel, der erst den Bauernjungen Saul zum König bestimmt, kündigt ihm wenige Jahre später auch selbst noch während seiner Regierungszeit den nächsten König. Gottgewollt sind hier die Revolutionen.

Aber nicht nur den regierenden Herrschern verhelfen Propheten auf den Thron oder drohen ihnen das Ende ihrer Herrschaft an.

Sie sorgen auch dafür, dass eine tatkräftige Opposition auf den Plan tritt. Nicht umsonst jedenfalls werden Propheten der Oberschicht zur Last, denn die dulden ungern wirkliche Propheten, jedenfalls keine, die widersprechen, nur solche, die nach dem Munde reden. Nicht umsonst verbünden sich Thron und Altar gegen sie, denn nicht nur den Königen, auch den Priestern kommen sie ins Gehege. Propheten sind keine Menschen, die zurückgezogen warten, was wohl kommen wird. Mitten in einer Großwetterlage in der das Gute unterliegt und das Böse triumphiert, üben sie radikal ihre Gesellschaftskritik.

Aber wodurch sie sich am meisten in unser Herz hineingeschrieben haben, das ist noch etwas anderes: Zeigen sie uns worauf Gott mit uns hinaus will. Und im Namen Gottes malen sie uns die schönsten und farbigsten Hoffnungsbilder, die es gibt. Die Propheten lehren uns die großen Wünsche. Und sie fragen uns: „Sind nicht eure Wünsche und Forderungen an das Leben zu klein?“

Mitten in diesen verwirrten und aufgewühlten Zeiten lehren sie uns den großen Wunsch nach Gerechtigkeit, den Wunsch nach Heil, nach einem menschenwürdigen Leben. Sie sind es, die uns Gott ans Herz legen, als den großen Verbündeten gegen alle Erniedrigungen und Kränkungen. Je hoffnungsloser die Situation ist, umso stärker sind ihre Verheißungen einer besseren Welt.

Die Propheten lehren uns die großen Wünsche. Im heutigen Predigttext steht:

„Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Dann wird dein Licht hervorbrechen, wie die Morgenröte und deine Heilung wird schnell voran schreiten, und deine Gerechtigkeit des Herrn wird deinen Zug beschließen. Dann wirst du rufen, und der Herr wird dir antworten.“(Jesaja 58,6b-9)

Amen.

rbittengebet

Gott, unser Schöpfer und unser Retter, wir danken dir, dass du uns nahe bist,

und uns dazu rufst, nach deiner Weisung zu leben.

So kommen wir zu dir und bitten dich:

Hilf uns verantwortlich umzugehen mit dem, was du uns gibst;

dass wir wahrnehmen, wie andere Menschen Not leiden;

dass wir anfangen, zu teilen und zu geben.

Wir bitten dich für alle Menschen, die Hunger leiden, und die hungern nach deinem Reich,

für alle, die ohne Obdach sind, und die sich sehnen nach Geborgenheit in dir,

für alle, die in wirtschaftlicher und seelischer Not sind, und die sich wünschen, dass es ihnen gut geht,

für alle, denen ihre Rechte vorenthalten werden, und die hoffen auf deine Gerechtigkeit:

Lass sie deine Zuwendung erfahren und lass uns Boten deiner Liebe sein.

Guter Gott, wir sehnen uns nach deinem Segen, so hilf uns zu einem Leben in deiner Nachfolge, und sei bei uns alle Tage bis an der Welt Ende.

Alle anderen Freuden und Sorgen die unsere Herzen bewegen bringen wir Dir nun . ………. (eigenes Gebet in der Stille oder gesprochen)

Vater unser im Himmel…………….Amen.

Segen:

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig.

Her Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. (+) Amen.

Abkündigung:Wenn Sie diese sonntäglichen Andachten, auch in der zukünftigen Corona Zeit per E-Mail empfangen möchten, und wir Ihre E-Mail Adresse noch nicht haben, dann melden sich bitte bei Pastor Schröder: rupert.schroeder@elkm.de oder (038483)-29523.

Sie dürfen diese Andachten auch gerne weiterleiten.

Corona bedingt wird die Bibelwoche bis auf weiteres verschoben.

Andacht zum Sonntag Sexagesimae, 07.02.2021

Andacht zum Sonntag Sexagesimae,

07. Februar 2021, Brüel, Pastor R.G. Schröder

Hinweis: Wenn Sie wollen dann zünden Sie eine Kerze an und beginnen Sie Ihre Familien Andacht mit folgenden Worten:

Wir feiern diese Andacht im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. (+) Amen.

Begrüßung:

Wir sind in der Vorfastenzeit. So nennt die Kirche die Sonntage vor der Passionszeit. Der Sonntag heute denkt an das Wort Gottes, wie es gesät wird und Frucht bringt oder auch nicht. Der Wochenspruch(Hebräer 3,15) bittet uns eindringlich: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht.

Psalm: Lesen Sie Psalm 119

89 HERR, dein Wort bleibt ewiglich, soweit der Himmel reicht; 90 deine Wahrheit währet für und für. Du hast die Erde fest gegründet, und sie bleibt stehen. 91 Nach deinen Ordnungen bestehen sie bis heute; denn es muss dir alles dienen. 92 Wenn dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elend.103 Dein Wort ist meinem Munde süßer als Honig. 104 Dein Wort macht mich klug; darum hasse ich alle falschen Wege. 105 Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.116 Erhalte mich nach deinem Wort, dass ich lebe, und lass mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung.

Gebet zum Tage / Kollektengebet:

Ganz nah, Gott, ist dein Wort, und ganz nah ist deine Gnade. Begegne uns mit Erbarmen. Wir wollen nicht taub sein für das, was du uns sagen willst, sondern offen für dich, der du in Christus Jesus zu uns kommst, heute und in Ewigkeit.

Amen.

Altes Testament: Jesaja 55,6-12

6 Suchet den HERRN, solange er zu finden ist; ruft ihn an, solange er nahe ist. 7 Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum HERRN, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. 8 Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, 9 sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. 10 Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, 11 so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende. 12 Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden. Berge und Hügel sollen vor euch her frohlocken mit Jauchzen und alle Bäume auf dem Felde in die Hände klatschen.

Epistel: Hebräer 4,12-13

12 Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. 13 Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft geben müssen.

Lieder: EG 197 Herr, öffne mir die Herzenstür

EG 198 Herr, dein Wort, die edle Gabe

 

Evangelium: Lukas 8,4-15

Vom Sämann4 Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus jeder Stadt zu ihm eilten, sprach er durch ein Gleichnis: 5 Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf. 6 Und anderes fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. 7 Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten's. 8 Und anderes fiel auf das gute Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Vom Sinn der Gleichnisse9 Es fragten ihn aber seine Jünger, was dies Gleichnis bedeute. 10 Er aber sprach: Euch ist's gegeben, zu wissen die Geheimnisse des Reiches Gottes, den andern aber ist's gegeben in Gleichnissen, dass sie es sehen und doch nicht sehen und hören und nicht verstehen.

Die Deutung des Gleichnisses vom Sämann11 Das ist aber das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. 12 Die aber an dem Weg, das sind die, die es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden. 13 Die aber auf dem Fels sind die: Wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an. Sie haben aber keine Wurzel; eine Zeit lang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. 14 Was aber unter die Dornen fiel, sind die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und bringen keine Frucht zur Reife. 15 Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.

Andacht zu Lukas 8,4-15

Gnade sei mit Euch und Friede, von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. (1. Kor. 1,3)Amen.

Liebe Schwestern und Brüder,

nachdem ich das Alte Testament (Jesaja 55,8-12) und die Epistel (Hebräer 4,12-13) gelesen habe, ist es wie ein Atem, voll von erfrischender Schneeluft, die meine Lungen bis ins tiefste ausfüllen. Diese beiden Texte reden von der immensen Kraft und Wirksamkeit Gottes, durch sein verkündetes Wort. Wo immer Gottes Wort verkündigt wird, da ist es unter seinem Auftrag und in seiner Autorität. Das finde ich sehr entlastend, weil Gott die Antriebskraft der Kirche ist, zu der wir als getaufte gehören.

Ich zitiere die einzelnen Sätze aus den beiden genannten Lesungen, weil sie mir so kostbar sind.

„Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es schneidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.“ (Heb.4,12)

So spricht Gott durch seinen Propheten Jesaja 55,11: „…so soll das Wort das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.“

Halleluja, d.h. Lobpreiset Gott. Wie wunderbar, dass wir uns auf Gottes Autorität auch in seinem verkündeten Wort verlassen können. Heute geht es nämlich um Gottes Wort. Wenn ich den Predigttext aus Lukas 8,4-13 lese merke ich, wenn es um die Aufnahme von Gottes Wort geht, dass es auch heute noch immer so ist, wie es Jesus vor etwa 2000 Jahren erfahren hat.

Das Menschenherz ist wie die vier Bodentypen auf die das Wort Gottes fällt. Wenn wir den Text bis Vers 13 durchlesen, dann wird uns das Gleichnis von Jesus mit klaren Worten gedeutet. So war es damals und so ist es heute. Daran kann nur die Kraft Gottes etwas ändern.

Und was nun? Nun folgen wir dem Beispiel Jesu und seinem Auftrag zur verschwenderischen Verkündigung von Gottes Wort, sein befreiendes Evangelium (Gute Nachricht). In Matt. 28,18-20 steht: „Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Gottes Wort findet immer wieder guten Boden, in dem es einen hundertfachen Ertrag bringt, manchmal auch gerade da, wo man es am wenigsten erwarten würde. Gott ist noch immer voll im Geschäft der Verkündigung und wird es bleiben bis ans Ende der Welt. So ist der Wochenspruch eine freundliche Einladung an uns alle das Wort Gottes in unseren Herzen aufzunehmen: „ Heute wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht. „ (Heb. 3,15)

Der Heilige Geist Gottes in uns, bestätigt die Wahrheit Gottes in seinem Wort, welches über uns prasselt, wenn uns verkündigt wird, oder wir es lesen. Sein Wort führt uns zum wahren Leben in seiner Nachfolge, zu einem Leben das die Werte Jesu Christi beinhaltet.

Alle Christen sind Verkünder von Gottes Wort, durch unsere Taten, durch unser Leben, durch die Worte die wir sagen, oder auch verschweigen. Diese Andacht soll uns allen Mut machen, auch weiterhin mit voller Kraft und Freude Gottes Wort zu verkündigen. Wir brauchen keine Angst zu haben, die letzten Hunde zu sein, die man schlägt. Gott wird uns beschützen, denn er ist Herr der Verkündigung, Herr seiner Schöpfung, der Anfang und das Ende aller Dinge, vor dem wir uns alle verantworten müssen.

Gott steht mit seinem Beistand, seinen Verheißungen, seinem Schutz, seiner Kraft, seinem Segen, seiner Saat, hinter jedem Menschen, der sein Wort mit seinem Leben aussäht, in Wort und Tat. Sein Wort wird nicht leer zurückkehren, genau wie die Saat, die ein Bauer auf sein Land sät, genau wie Schnee und Regen Wachstum in Gottes Schöpfung ermöglichen. Gott ist da und wir können uns auf sein Wirken durch sein Wort verlassen. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird euer Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren. (Phil. 4,7) Amen.

rbittengebet

Gott, dein Wort tröstet und befreit. Dein Wort ist unser Glück. Dein Wort ist Hoffnung und Leben. Sprich zu uns, du unser Gott.

 

Sprich dein Wort, damit die Mächtigen es hören. Sprich, damit aus Misstrauen Vertrauen wird, damit sich Zerstrittene versöhnen, damit das Recht über Gewalt und Lüge siegt.

Sprich dein Wort durch deine Propheten und öffne die Ohren und Herzen der Starken. Sprich und erbarme dich.

 

Sprich dein Wort, damit es die Verletzten und Kranken hören. Sprich, damit die Wunden heilen, damit wirksame Medizin entwickelt wird, damit die Trauernden Trost finden.

Sprich dein Wort durch die Klugen und öffne die Ohren und Herzen der Verunsicherten. Sprich und erbarme dich.

 

Sprich dein Wort, damit es die Schwachen und Verzweifelten hören. Sprich, damit Krieg und Gewalt enden, damit die Heimatlosen und Flüchtlinge einen sicheren Ort finden, damit die Feindschaft ihre Macht verliert.

Sprich dein Wort durch den Mund der Mutigen und schenke Frieden.

 

Sprich dein Wort, damit es deine Kirche hört. Sprich, damit die Enttäuschten zurückkehren, die Ratlosen sich zurechtfinden, unsere Kinder dich kennenlernen.

 

Sprich dein Wort zu uns, verwandele unsere Herzen und Sinne durch Jesus Christus.

Sprich und erbarme dich heute und alle Tage.

Alle anderen Freuden und Sorgen die unsere Herzen bewegen bringen wir Dir nun . ………. (eigenes Gebet in der Stille oder gesprochen)

Vater unser im Himmel…………….

Amen.

Segen:

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig.

Her Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. (+) Amen.

Abkündigung:Wer diese gedruckte Andacht per E-Mail empfangen möchte, melde sich bitte bei Pastor Schröder: rupert.schroeder@elkm.de oder (038483)-20334. Pastor Schröder hat in dieser Woche vom 8. bis 14. Februar frei. Bitte melden Sie sich bei Bedarf auf dem Notfallhandy der Kirchenregion: 01794286180

Andacht zum Letzten Sonntag nach Epiphanias, 31. Januar 2021, Brüel

Andacht zum Letzten Sonntag nach Epiphanias,

31. Januar 2021, Brüel Pastor R.G. Schröder

Hinweis: Wenn Sie wollen dann zünden Sie eine Kerze an und beginnen Sie Ihre Familien Andacht mit folgenden Worten:

Wir feiern diese Andacht im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. (+) Amen.

Der Wochenspruch aus dem Buch des Propheten Jesaja (60,2b) verheißt uns, dass auch wir in Gottes Licht leben: Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Psalm: Lesen Sie Psalm 97 Verse 1 bis 12.

Gebet zum Tage / Kollektengebet:

Gott, dein Licht macht alle Finsternis hell.

Dein Wort vertreibt Angst, Sorge, Kleinmut und Verzagtheit.

Dies lass uns heute Morgen erfahren, wenn wir zu dir beten, dir singen und dein Wort hören.

Dies bitten wir durch Jesus Christus kraft des Heiligen Geistes. Amen.

Epistel: 2. Kor. 4,6-10

6 Denn Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.

7 Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. 8 Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. 9 Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. 10 Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, auf dass auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.

Lieder: Morgenglanz der Ewigkeit EG 450

Wie schön leutet der Morgenstern EG 70

Evangelium: Matthäus 17, 1-9

Die Verklärung Jesu1 Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein auf einen hohen Berg. 2 Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. 3 Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm. 4 Petrus aber antwortete und sprach zu Jesus: Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. 5 Als er noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! 6 Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. 7 Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht! 8 Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. 9 Und als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

Predigttext: 2. Petrus 1,16-19

Predigttext: 2. Petrus 1,16-19

16 Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen. 17 Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. 18 Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. 19 Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.

Predigttext: 2. Petrus 1,16-19

Letzter Sonntag nach Epiphanias, 31. Januar 2021

Pastor R.G. Schröder

Gnade sei mit Euch und Friede, von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. (1. Kor. 1,3)Amen.

Liebe Schwestern und Brüder,

es hat in der Nacht geschneit und die Sonne strahlt gerade ihr wunderschönes Licht zu einem fast blauen Himmel. Schon geht´s hinaus und die Bewegung in der frischen Luft bei hellem Sonnenschein tut unheimlich gut.

Weil der Schnee das Licht spiegelt, ist alles heller und kann besser wahrgenommen werden, mit dem daraufliegeden Schnee besser erkannt werden und geschätzt werden.

Im heutigen Evangelium, Matt. 17,2 hören wir von der Verklärung Jesu: „…und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.“ Ein Licht das alles durchleuchtet, ein ganz besonderes, göttliches Licht vor dem jede Finsternis weichen muss. Es ist unverfälscht und bestätigt die Göttlichkeit Jesu Christi, ja bestätigt den Glauben von Petrus, Johannes und Jokobus, die dabei waren. Oh welch ein wundervolles lebensspendendes Licht.

Petrus verkündigt uns in seinem Schreiben, was er dort gesehen und gehört hat, weil er unseren Glauben stärken will. Er ermutigt uns auf die Kraft und das Wiederkommen Jesu auszuharren, durchzuhalten, gegen jeden Versuch den christlichen Glauben lächerlich zu machen. Die Prophetischen Zeugen aus der Bibel, die uns auf die Wahrheit Jesu hindeuten, wollen uns ebenso stärken. Aber auch die Zeugnisse vieler Christen, mit ihrer ganzen Lebenserfahrungen über die Jahrhunderte, ermutigen uns auf Jesu Wahrhaftigkeit zu bestehen.

Johannes, einer der anderen Jünger Jesu der bei der Verklärung dabei war, schreibt: „Jesus sagte: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh. 8,12)

Die Begegnung und Nachfolge Jesu, das Licht der Welt, stellt unser ganzes Leben unter das göttliche Licht Jesu, damit Beziehungen geheilt werden können: unsere Beziehungen zu einander, zu uns selbst und zu Gott unserem Ursprung und unsere Ewigkeit. Das tut unheimlich gut, eben wie ein Spaziergang im Schnee bei hellem Sonnenlicht.

Es ist mein Gebet für uns und unsere Welt, dass alle Ungerechtigkeit, jedes Traumata, Machtmissbrauch, Ausbeutung der Schwachen und Armen, Menschenfeindlichkeit, Hass und Bitterkeit, unsere Ängste, ins heilende Licht Jesu Christi gebracht werden, damit sie gewürdigt und geheilt werden können. Ich bin unendlich dankbar, dass unser Gott ein barmherziger und gnädiger Gott ist. Wir können darum beten, uns dafür öffnen und uns jetzt schon von Jesus heilen lassen, wenn wir nicht auf den Jüngsten Tag, am Ende aller Zeiten warten wollen, wo alles sowieso offenbart werden wird.

O Herr, gieß aus die Kraft deines Heiligen Geistes, die Kraft deines göttlichen Lichtes, damit unsere Kränkungen, die sich in unsere verborgene Finsternis eingenistet haben, geheilt werden können. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird euer Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren. (Phil. 4,7) Amen.

Fürbittengebet

Gott, Licht der Welt,

alle Dunkelheit unserer Welt bringen wir vor dich, alle Dunkelheit in uns und um uns.

Du allein hast die Macht, sie zu erleuchten und zu vertreiben.

 Wir bringen vor dich,

was unsere Seele, unser Herz und unseren Verstand verdunkelt.

 Wir bringen vor dich die dunklen Ecken unserer Erde,

wo Menschen gedemütigt, erniedrigt und gefoltert werden.

 Wir bringen vor dich die Kinder

aus den Kriegsgebieten, aus den Flüchtlingslagern, aus den Slums.

 Wir bringen vor dich die Völker,

die über Jahrzehnte keine Aussicht auf ein selbstbestimmtes Leben haben.

 Wir bringen vor dich die Landstriche und Gewässer dieser Erde,

die wir Menschen verunreinigt und zerstört haben.

 Wir bringen vor dich die Tiere,

die unter dem Lebensstil der Menschen leiden.

 Wir vertrauen darauf, dass durch dich eine Zeit kommt, in der alle Dunkelheit, alle Angst und alle Todesfurcht vergangen ist.

Bis dahin lass uns Menschen begegnen, die leuchten,

und lass uns Menschen werden, die anderen leuchten.

Alle anderen Freuden und Sorgen die unsere Herzen bewegen bringen wir Dir nun . ………. (eigenes Gebet in der Stille oder gesprochen)

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde Dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen:

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig.

Her Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. (+) Amen.

Andacht zum 3. Son. n. Epiphanias am 24.01.2021 Brüel

Andacht zum 3. Son. n. Epiphanias am 24.01.2021 Brüel

Hinweis: Wenn Sie wollen dann zünden Sie eine Kerze an und beginnen Sie Ihre Familien Andacht mit folgenden Worten:

Wir feiern diese Andacht im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. (+) Amen.

Psalm: Lesen Sie Psalm 86 Verse 1 bis 11.

Predigttext: Rut 1, 1-19a; Pastor Rupert Schröder

3. Sonntag nach Epiphanias; 24. Januar 2021, Brüel

Predigttext nach der Predigt abgedruckt.

Gnade sei mit Euch und Friede, von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. (1. Kor. 1,3)Amen.

Liebe Schwestern und Brüder,

Rut ist eine besonders gläubige und mutige Frau, vor der ich mich tief verneige. Nach schweren Schicksalsschlägen im Land der Moabiter, wo Noomis Mann und ihren beiden Söhne verstorben sind, machen sich die drei Frauen auf den Weg zurück nach Bethlehem in Juda, wo es ihnen nach einer Hungersnot nun wirtschaftlich besser gehen soll. Rut und Orpa sind die Schwiegertöchter von Noomi. Sie sind Moabiter. Noomi kam ursprünglich aus Bethlehem in Juda.

Auf dem Heimweg nach Bethlehem, schießt es Noomi durch den Kopf, was ihren ausländischen Schwiegertöchtern wohl in Juda bevorsteht. Ja, sie werden es sehr schwer haben als Moabiter, als verwitwete Fremde aus einer ganz anderen Kultur. Leichter wäre es für sie in ihrer eigenen Heimat, bei den Moabitern. Aus Liebe zu ihren Schwiegertöchtern, versucht Noomi sie zu überzeugen umzukehren und in ihre Heimat zu gehen, auch wenn das Überleben für Noomi so schwerer wird.

Orpa entscheidet sich für ihre Heimat und kehrt um, aber Rut weigert sich aus tiefer Liebe zu ihrer Schwiegermutter, Noomi. Rut möchte sich nicht von ihrer Schwiegermutter trennen, und das mit einem für mich sehr beeindruckenden Bekenntnis:

„Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der Herr tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.„ (Rut 1,16b-17)

Mir kommen die Tränen in die Augen, weil dieses Bekenntnis auf der Beziehungs und Glaubensebene so viel aussagt. Welch eine Annahme, Liebe und Vertrauen zu einem Menschen völlig anderer Kultur, Sprache und Glaubenspraxis. Rut glaubt an unseren Gott Abrahams, auch wenn der Familie auf unerklärliche Weise ihre drei Männer viel zu früh genommen wurden. Rut glaubt an ihn, weil der Gott von Noomi ist, ihre Schwiegermutter, die sie bis zum eigenen Tode hin liebt und verteidigen will.

Der Glaube von Rut und der damit verbundene Mut, wird im weiteren Verlauf des Bibeltextes von Gott belohnt und bestätigt. Sie heiratet einen Verwandten von Noomi namens Boas und zusammen bekommen sie einen Sohn, Isai. König David ist der Sohn von Isai und so wird Rut eines der Vorfahren von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.

Für mich sind drei Punkte wichtig an der Lebensgeschichte von Rut:

Erstens:

Die Liebe kennt keine kulturellen Grenzen, und der Glaube an unseren dreieinigen Gott auch nicht. Bemerkenswert ist, dass es die vertrauensvolle Liebesbeziehung zu Noomi ist, die Rut zur Annahme des Glaubens an unseren Gott geführt hat. Das gleiche gilt für uns: Der Glaube lässt sich über persönliche, vertrauensvolle Beziehungen der Liebe vermitteln. Natürlich ist er dann auch ein Wirken des Heiligen Geistes in und durch uns. Natürlich will der Glaube auch von jedem gelebt werden, damit andere auch überzeugt werden. Da tragen wir alle zur Verbreitung des Glaubens bei. Die Verkündigung des Predigers im Gottesdienst ist nur ein Teil in einer ganzen Kettenreaktion, in der Gottes Geist mitwirkt durch jeden der auf Gott vertraut, sowie im Fall von Noomi und Rut.

Zweitens:

Gott ist weltoffen. Er erlaubt sogar Rut, einer Frau aus fremder Kultur, eine der Vorfahren seines geliebten Sohnes Jesu Christi zu sein. Gott ist gegen Fremdenfeindlichkeit jeder Art. Jede Überheblichkeit einer Kultur über eine andere Kultur, ist nicht von Gott gewollt. Wir sollten uns vor einer Selbstverherrlichung oder einem Nationalismus schützen, denn der führt zu Krieg, immensem Leid und Zerstörung.

Drittens:

Rut ist eine sehr mutige Frau, in einem damals patriarchischen, Männer dominierten Kontext. Auch heutzutage haben Frauen und Minderheitsgruppen damit zu kämpfen um sich durchzusetzen, besonders wenn sie aus einer anderen Kultur kommen. Ich freue mich, dass Kamala Harris Vize-Präsidentin der USA geworden ist. Sie steht gegen Fremdenhass, kulturelle und sexistische Diskriminierung. Amerika ist ein gespaltenes Land, das sehr viel Heilung bedarf. Die Europäer haben noch immer einen privilegierten Status. Möge Gott sie dazu benutzen das Land auf einen Weg der Versöhnung und Heilung zu führen.

In einer Welt vieler Kulturen und Glaubensrichtungen, ist der Bibeltext von Rut ein Hoffnungszeichen für uns. Unser weltoffener, dreieiniger Gott, ermöglicht ein Zusammenleben aller Menschen in Frieden. Wir dürfen unser Leben im Vertrauen auf Gott leben, genau wie Rut und Noomi, auch wenn uns böse Schicksalsschläge treffen. Gott ist uns ewig true. Weil Gott alle Kulturen geschaffen hat und weltoffen ist, sollten wir sensibel und verständnisvoll mit allen Kulturen umgehen. Wer glaubt und mutig handelt, dem werden viele Türen für eine gute Zukunft geöffnet. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird euer Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren. (Phil. 4,7) Amen.

Predigttext: Rut 1, 1-19a

Zu der Zeit, als die Richter richteten, entstand eine Hungersnot im Lande. Und ein Mann von Bethlehem in Juda zog aus ins Land der Moabiter, um dort als Fremdling zu wohnen, mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen. Der hieß Elimelech und seine Frau Noomi und seine beiden Söhne Machlon und Kiljon; die waren Efratiter aus Bethlehem in Juda. Und als sie ins Land der Moabiter gekommen waren, blieben sie dort. Und Elimelech, Noomis Mann, starb, und sie blieb übrig mit ihren beiden Söhnen. Die nahmen sich moabitische Frauen; die eine hieß Orpa, die andere Rut. Und als sie ungefähr zehn Jahre dort gewohnt hatten, starben auch die beiden, Machlon und Kiljon. Und die Frau blieb zurück ohne ihre beiden Söhne und ohne ihren Mann. Da machte sie sich auf mit ihren beiden Schwiegertöchtern und zog aus dem Land der Moabiter wieder zurück; denn sie hatte erfahren im Moabiterland, dass der Herr sich seines Volkes angenommen und ihnen Brot gegeben hatte. Und sie ging aus von dem Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr. Und als sie unterwegs waren, um ins Land Juda zurückzukehren, sprach sie zu ihren beiden Schwiegertöchtern: Geht hin und kehrt um, eine jede ins Haus ihrer Mutter! Der Herr tue an euch Barmherzigkeit, wie ihr an den Toten und an mir getan habt. Der Herr gebe euch, dass ihr Ruhe findet, eine jede in ihres Mannes Hause! Und sie küsste sie. Da erhoben sie ihre Stimme und weinten und sprachen zu ihr: Wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen. Aber Noomi sprach: Kehrt um, meine Töchter! Warum wollt ihr mit mir gehen? Wie kann ich noch einmal Kinder in meinem Schoße haben, die eure Männer werden könnten? Kehrt um, meine Töchter, und geht hin; denn ich bin nun zu alt, um wieder einem Mann zu gehören. Und wenn ich dächte: Ich habe noch Hoffnung!, und diese Nacht einem Mann gehörte und Söhne gebären würde, wolltet ihr warten, bis sie groß würden? Wolltet ihr euch einschließen und keinem Mann gehören? Nicht doch, meine Töchter! Mein Los ist zu bitter für euch, denn des Herrn Hand hat mich getroffen. Da erhoben sie ihre Stimme und weinten noch mehr. Und Orpa küsste ihre Schwiegermutter, Rut aber ließ nicht von ihr. Sie aber sprach: Siehe, deine Schwägerin ist umgekehrt zu ihrem Volk und zu ihrem Gott; kehre auch du um, deiner Schwägerin nach. Rut antwortete: Bedränge mich nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der Herr tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden. Als sie nun sah, dass sie festen Sinnes war, mit ihr zu gehen, ließ sie ab, ihr zuzureden. So gingen die beiden miteinander, bis sie nach Bethlehem kamen.

Gebet:

Barmherziger Vater!

Wir bitten dich:

Für die Menschen, die Not leiden: Lass ihr Leiden nicht ohne liebende und helfende Antwort bleiben. Und mach uns der Verantwortung füreinander bewusst: in Ehe und Familie, in unserer Gemeinde und Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, weltweit.

Für die Menschen in den Vereinigten Staaten und weltweit: Dass die Politiker und Politikerinnen sich für das Wohl aller, für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen.

Für die Menschen in Syrien, im Irak und weltweit: Erbarme dich aller, die unter Krieg und Terror leiden und wehre du aller Gewalt.

Für alle Menschen, die in ihrem Leid verstummt sind oder deren Schreien kein Gehör findet: Dass ihr Leiden nicht ohne Antwort bleibt.

Für alle Menschen, die krank sind und für alle, die vergeblich auf Heilung hoffen: Steh ihnen bei, halte ihre Hoffnung wach, sei ihnen Trost.

Für unsere Gemeinde und unsere ökumenischen Schwestern und Brüder in der Katholischen, Adventisten und Katholischen Nachbargemeinden: Dass wir zusammenstehen auf dem gemeinsamen Glaubensweg mit Jesus Christus.

Darum bitten wir dich, guter Gott, der du allen Menschen ihre besondere Würde gibst durch Christus, unseren Bruder und Herrn.

Alle anderen Freuden und Sorgen die unsere Herzen bewegen bringen wir Dir nun . ………. (eigenes Gebet in der Stille oder gesprochen)

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde Dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen:

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig.

Her Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. (+) Amen.

2. Sonntag nach Epiphanias, 17. Januar 2021

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